Druckschrift 
Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
Entstehung
Seite
103
Einzelbild herunterladen
 

Grossartige Ruinenmasse.

103

nach Goldquarz aus?" Hier blieb ein dunkler Punkt bestehen. Ohne, dass ich Gramann's Erklärung am Sonntag, den 6. Aug., ganz ablehnen mochte, war ich doch nicht geneigt, das Problem damit für abgeschlossen zu halten. Was mich bei meiner Unter­suchung der Schutthaufen noch besonders interessierte, war die Thatsache, dass wir hier gewisse bearbeitete Steine fanden, welche den bei Inja-ka-Fura entdeckten genau glichen. Augen­scheinlich bestand ein Zusammenhang zwischen den Ruinen von Fura und denen, welche wir hier vor uns hatten.

Den Marsch am folgenden Morgen begannen wir wieder Rllinen -

0 stadt.

bei herrlichem Wetter auf der englischen Fahrstrasse. Nach einer Stunde Marsch entdeckten wir an einem Flusslauf zur Rechten der Strasse einige schlecht aussehende Quarzreefs und kamen bald darauf in ein ganzes Gewirre von Steinbauten hinein. Der östliche Bergrand springt in einer Bergkette gegen Westen etwa bis in die Mitte des Thaies vor. Dieser Vor­sprung, welcher 23000 Fuss über der Thalsohle emporstieg, nahm sich aus der Ferne aus wie ein gestreiftes Zebra, Streifen über Streifen umzog ihn. Beim Näherkommen entdeckten wir, dass diese merkwürdige Erscheinung in einer riesenhaften stein -

tcrriissci

künstlichen Terrassenbildung ihren Grund habe, und dass wir hier entweder einer imposanten alten Befestigung oder aber einer in's Grosse gehenden Vorrichtung zum Abfangen des von oben abströmenden Regens zu thun hatten. Von diesen Terrassenanlagen an ganzen Bergen fanden wir von jetzt ab eine grosse Menge. Ich glaubte eine Zeit lang in der That, sie seien angelegt von einer intensiven Ackerbau treibenden Bevölkerung, welche auf diese Weise die Berge und Hügel ausgenutzt habe: etwa wie in gewissen Teilen China's jeder Fuss breit Landes kultiviert wird. Als ich jedoch in einzelnen Fällen feststellte, dass die Terrassen aus wirklichen Cyklopen- mauern bestehen, die für Ackerbau nicht in Frage kommen konnten, musste ich diese Theorie modifizieren und anneh­men, dass solche Bergterrassen entweder Verteidigungs- oder religiösen Zwecken gedient haben. Andere derselben mögen mit dem Wasserleitungssystem des Landes in Verbindung ge­standen haben. Mit einer einfachen Theorie kommen wir dieser Thatsache gegenüber eben nicht aus.