34
2. Am Zambesi.
zogen. Wir befinden uns also hier in Urschieferformation. Vornehmlich im Diorit, aber auch im Granit streichen Quarz- reefs, in denen Herr Gramann schon 1899 freies Gold feststellte. Die Proben, welche ich von hier nach London schickte, und welche dort geprüft wurden, enthielten ebenfalls Freigold. Eine andere meiner Expeditionen fand sehr reiches Gold, weiter südwestlich und unweit Inja-Ka-Fura, auch „blauen Diamantengrund".
Die Eingeborenen im ganzen Distrikt waschen Gold in den Flussläufen, welches einen Haupthandelsartikel von Ma- combe's Land ausmacht. Wahrscheinlich hat es sich bei den ältesten Unternehmungen der Südaraber in Südafrika ebenfalls ausschliesslich um alluviales Gold gehandelt. Erst, nachdem sie sich selbst in diesem Lande endgültig festgesetzt hatten, konnten sie auch den Abbau von Minen mit Sklavenarbeit unternehmen.
Es war eine Zeit harter Arbeit, welche uns bevorstand, als wir von Mitte April 1899 an begannen, diesen Distrikt zu durchforschen. Mit den Eingeborenen erzielte ich freilich alsbald einen modus vivendi, insbesondere durch eine Gesandtschaft, welche ich schon im April in Macombe's Residenz schickte, und welche durch den Besuch Cuntetes, seines Bruders, erwidert ward. Aber ihren passix en Widerstand haben sie doch bis gegen den Juli hin fortgesetzt. Man kann es ihnen im Grunde nicht verdenken, dass sie dem gefährlichen weissen Eindringling die Geheimnisse ihres Landes nicht freiwillig preisgeben. Insbesondere widersetzten sie sich der Besteigung von Hügeln, welche ihnen von Alters her geheiligt sind. Als ich am 13. Mai mit Herrn Blöcker den Msusi-Berg über Injaka- Fura erklomm, kamen eilends Läufer vom Kamborote, mit dem Gebot, sofort umzukehren. Als ich eines Morgens mit Mr. Puzey am Petersberg prospektierte, wurde derselbe Wunsch vom Induna uns übermittelt, und als ich gar mit Blöcker und Gramann den Tenje-Hügel erstiegen hatte, erschien der Häuptling persönlich, um uns auf das Frevelhafte unseres Beginnens aufmerksam zu machen. Zu meinem Bedauern war ich nicht in der Lage, solchen religiösen Bedenken zu entsprechen. Bei Scherele, im Tela-Distrikt, befindet sich eine