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Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
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Einmarsch in Macombe's Land.

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Eingeborenenspur vom selben Morgen, welche aber alsbald an der östlichen Seite des Flussbettes sich verlor. Kein Mensch war zu sehen.

Von 10 Uhr an stieg immer schärfer und immer grotesker der westliche Höhenzug vor uns auf. Schwarze Schieferblöcke im Flussbett offenbarten uns aus der Ferne seine Formation. Gegen 11 Uhr näherten wir uns der Stelle, wo der Mu'ira den Gebirgsblock verlässt. Wie Schildwachen halten zwei schroffe und tafelbergartige Hügel an seinem Ausgang rechts und links Wache.

Ich hatte mir seit Jahren gewisse Phantasievorstellungen gemacht über das Aussehen des Fura. Diesmal übertraf die Wirklichkeit alle Vorstellungen. Malerischer und zugleich ge­heimnisvoller hätte selbst die Phantasie eines Rider Haggard die Eingangspforte in das alte sagenhafte Goldland nicht schildern können. Wie zwei Felsburgen standen die schwarzen Schiefer­massive rechts und links am Mui'ra-Fluss, auf ihrer flachen Höhe überwuchert von üppigem Grün. Darunter rauschte das Wasser des Flusses, in welchem sich der tiefblaue Himmel der Tropenwelt spiegelte. Vor uns aber öffnete sich ein Flussthal, in welches zu beiden Seiten die schwarzen Felswände hinab­fielen, zunächst noch in hügelartiger Wellung, dann weiter nach hinten schroff und steil. Und über dieser entzückenden Land­schaft das ernste Schweigen des Todes! Die Sabbathstille der Ruhe, wie sie tropischen Landschaften um die Mittagsstunde eigen ist. So fand ich den Ostrand von Fura am Sonnabend Mit­tag, den 15. April 1899.

Ich Hess das Lager gegen 12 Uhr unter dem Hügel an der Ostseite des Mui'ra aufschlagen. Mr. Puzey und ich, während wir dieses Eingangsthor betrachteten, mussten unwillkürlich an dasCapitaine des Portes" unseres alten Berichtes denken. Zu unserem Bedauern hatte Herr Gramann einen heftigen Fieber­anfall während des Marsches erlitten, sodass ich ihm eine regu­läre Ipicaquanha-Kur anraten musste.

Nach dem Frühstück ging ich mit Mr. Puzey und zwei Somalis flussaufwärts, indem wir zwischen dem Gebirgsabfall etwa 1 bis l 1 /, Fuss im Wasser wateten. Schon an diesem Nachmittage konnten wir feststellen, dass der Mu'ira viel