Sena.
21
und bald waren unsere Geschäfte zur Zufriedenheit geregelt. So konnten wir schon um 4 Uhr wieder abdampfen, schrägüber den breiten Strom hinüber, um vor Sena uns festzulegen.
o
Sena liegt etwa zwei Meilen (gegen vier Kilometer) vom heutigen Zambesi entfernt; vor vier Jahrhunderten, als es angelegt wurde, war es unmittelbar vom Strom bespült. Also auch hier wieder eine gründliche Verschiebung des Flussbettes ! Heute führt ein Flussarm, der St. Paul, welcher nur in der Regenzeit Wasser hat, noch bis etwa eine halbe Meile an die Stadt heran. Da es bereits gegen 5 Uhr war, als wir vor Anker gingen, verschob ich meinen beabsichtigten Besuch beim Gouverneur auf den folgenden Morgen, und veranlasste Mr. Puzey, gleich mit dem Kapitän nach Sena zu rudern, um eine Verabredung für diesen offiziellen Besuch zu treffen. Die beiden Herren kamen erst spät in der Nacht zurück mit einer liebenswürdigen Einladung vom Gouverneur auf 11 Uhr am nächsten Morgen zum Frühstück für Kapitän Silver, Mr. Puzey und mich. Schon um 7 1 / 2 Uhr Hessen wir uns indess nach Sena rudern, um den interessanten alten Platz und die Umgegend uns genau anzusehen. Sena liegt am Fuss eines Hügels, das Fort ist etwa 180 Jahre alt, und ganz im Styl der Bauten des vorigen Jahrhunderts an der ostafrikanischen Küste angelegt. In der Stadt ist eine eigentliche Geschäftsstrasse, mit einer Akazienallee in der Mitte. In ihr, wie überhaupt am ganzen Zambesi herrschen die Banjans und Indier vor. Daneben liegt das Negerdorf. Das stattliche Gouvernementsgebäude, weiss gestrichen, mit weitüberhängender Veranda, liegt etwas abseits, unmittelbar unter dem erwähnten Hügel.
Der Kommandant von Sena,-Senhor Pinto-Basto, empfing uns mit grösster Freundlichkeit, und sehr schnell waren unsere Geschäfte in coulantester Weise geregelt. Überhaupt rnuss* ich aussprechen, dass ich von allen Portugiesischen Behörden in Macequege wie in Chinde und in Sena das grösste Entgegenkommen gefunden habe. Alsbald erschienen die höheren Beamten des Platzes, unter ihnen der liebenswürdige Arzt, Dr. Barrai, und dann vereinigte uns eine ganz vortreffliche Mahlzeit in der kühlen Speisehalle des Gouvernements. Unter angeregten Gesprächen, meist in französischer Sprache, verflossen drei an-