Zambesi aufwärts.
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Zambesidampfer in Fahrt.
bleiben. Jetzt gehen wir abends regelmässig vor Anker, bis die Dämmerung am Morgen die Weiterfahrt gestattet. Aber, trotzdem die Fahrt somit thatsächlich auf etwa zwölf Stunden beschränkt ist, trotzdem zwei mächtige Leichter rechts und links am Dampfer befestigt sind, auf denen die Schwarzen und das Kargo untergebracht sind, und trotzdem die Maschine nur mit Brennholz geheizt wird, machen wir täglich doch im Durchschnitt etwa 60 englische Meilen. Die Dampfer sind mit einem Komfort eingerichtet, welcher kaum einem modernen Oceandampfer etwas nachgibt, und den jedes Vergnügungsdampfers auf dem Rheine überbietet. Lästig bei Tage sind stellenweise die Fliegen und abends die Moskitos und Käfer. Aber die Moskitonetze in den Kabinen sind gut, und vom Achterdeck, auf welchem ich seit der zweiten Nacht schlafe, vertreibt allabendlich der kühle Südostwind die störenden Gäste.
So geht es am Morgen des 4. April mit frohem Mut weiter stromaufwärts. Gegen 8 Uhr treten wir vom Chindefluss in den eigentlichen Zambesi ein, welcher sich in einer Breite von etwa 3 Kilometern vor uns ausdehnt. Der Chindefluss ist bekanntlich ein relativ neuer Mündungsarm aus dem reichen Delta des Riesenstromes. Wo er den Zambesi verlässt, an der Ecke einer Mangroveninsel, ergötzen uns mehrere Flusspferde durch ihr munteres Treiben.
Nun geht es in nordwestlicher Richtung den Zambesi hinauf. Die Landschaft zu beiden Seiten der Ufer ist ein echtes, unverfälschtes alluviales Tiefland, durch welches sich der mächtige Strom mit unaufhörlichen Insel- und Kanalbildungen langsam dem Ocean entgegenwindet. Die Breite wechselt von etwa einer
Peters, Im Goldland des Altertums. 2