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Die Wahehe : ihre Geschichte, Kult-, Rechts-, Kriegs- und Jagd-Gebräuche / von E. Nigmann
Entstehung
Seite
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IL Kultgebräuche.

1. Religiöse Vorstellungen.

ott. Nach Ansicht der Wahehe gibt es ein hohes Wesen (nguruhi), das die Menschen geboren werden und sterben, ge­sund und krank, reich und arm werden läßt, kurz, deren Geschicke lenkt, das Regen und Sonnenschein, Wind, Sturm, Gewitter und alle an­deren Naturerscheinungen, reiche Ernte oder Hungersnot nach seinem Ermessen sendet. Dieses Wesen ist ein Geist, unsichtbar, nicht darzustellen und deshalb auch niemals dargestellt. Es hat auch die Welt geschaffen, über das Wann und Wie ist jedoch ebenso wenig nachgedacht, wie über eine etwaige Entwicklung der Welt oder der Menschheit. Keinerlei Sagen, auch keine, die etwa den Menschen aus Tieren, Pflanzen oder Steinen entstehen lassen, ließen sich hierüber ermitteln, ebensowenig wie besondere Erklärungen für Donner, Blitz usw. Die Welt, soweit sie den Wahehe in Er­scheinung tritt, und die Menschen in ihr haben eben in der jetzigen Gestalt immerschon zur Zeit der Großväter der Großväter" bestanden.

Dieser Gott ist demnach als allmächtig gedacht, doch mit der Einschränkung, daß er nur die Welt, insbesondere die Menschen­geschicke im großen und allgemeinen lenkt, während auf das Er­gehen des einzelnen diemasoka", die Geister der Verstorbenen, einen dauernden und recht beträchtlichen Einfluß haben.Ngu­ruhi" ist auch Herr über allemasoka", doch ist über sein Verhältnis zu diesen nicht weiter nachgedacht.

Mit diesem höchsten Wesen findet keinerlei Gebets-, Opfer- oder sonstiger Verkehr statt; es steht dem religiösen Leben der Wahehe eigentlich ganz fern und dient im wesentlichen nur als Erklärung des Agens für alle diejenigen Dinge und Geschehnisse, die sich sonst nicht erklären lassen. Aller religiöse Verkehr, jeglicher Kult