Vorwort.
ine Entfernung gleich der Hälfte des Erdumfangs trennt Deutschland von seinen Kolonialbesitzungen in der Südsee, deren Mittelpunkt Deutschlands Anteil an der umfangreichsten Insel der Erde ist. Eine Insel von der Größe Deutschlands, wenn man den cisleithanischen Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie mit hinzurechnet, also fast von dem Flächenraum Mitteleuropas. Fast könnte man diese Rieseninsel mit ihren gewaltigen Strömen uud himmelragenden Gebirgen einen Erdteil nennen — den „dunklen Erdteil" der Antipoden. Noch zäher als Afrika vor der Zudringlichkeit europäischer Wißbegierde sich abschließeud, hat Neuguinea dreiundeinhalb Jahrhunderte lang die Geheimnisse seines unerforschten Binnenlandes, die sich erst jetzt den erstaunten Augen der Forscher zu erschließen beginnen, zu behüten gewußt. Lauschte man den Erzählungen der mit fieberzerrüttetem Körper von Neuguineas Küsten nach Australien zurückkehrenden Goldsucher, so wurde man unwillkürlich an das verschleierte Bild zu Snis erinnert. Nach vielen Dutzenden, vielleicht nach einigen Hunderten zahlt das Verzeichnis jener holländischen und englischen Forscher oder Abenteurer, die, den Schleier zu lüften versuchend, wenn sie nicht voll nnmschenfressen- den Wilden erschlagen wurden, dauerndes Siechtum davongetragen haben.