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Das Deutschtum in den Vereinigten Staaten in seiner Bedeutung für die amerikanische Kultur / von Albert B. Faust, Prof. an der Cornell-Univ.
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Deutsche Zeichner. Die deutsche Presse.

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17. Februar 1902 an übernahm. Er führte sie dann unter verschiedenen ähnlichen Titeln bis 1905 weiter. Zwei weitere Zeichner und Zeitungs­illustratoren sind Karl Lederer, 1856 in Massachusetts geboren, seit 1875 Zeichner und Illustrator fürFrank Leslie's",Harper's", die New- YorkerWorld", den New-YorkerHerald" und einige Chicagoer Blätter und W. H. Schmedtgen aus Chicago, der zu den frühesten Zeitungs­illustratoren in seiner Vaterstadt gehörte, von 1866 bis 1901 Leiter der Kunstabteilung des ChicagoerRecord", zwischendurch Kriegszeichner im spanisch-amerikanischen Kriege war und jetzt Mitarbeiter am Chi­cagoerRecord-Herald" ist.

D. Journalismus.

An die deutschamerikanische Literatur grenzt das Gebiet des deutschamerikanischen Journalismus. Er ist für die deutsche Bevöl­kerung von so großer Bedeutung, daß man ihm einen mittelbaren Ein­fluß auf die ganze Einwohnerschaft der Vereinigten Staaten zumessen kann. Der wesentliche Beruf des deutschen Journalismus in Amerika ist, vom geschichtlichen Standpunkt aus betrachtet, der gewesen, die deutschen Einwanderer zu treuen, verständigen amerikanischen Bürgern zu erziehen. Durch das Interesse, das deutsche Zeitungen ihren jenseits des Ozeans geborenen Lesern für amerikanische Politik, Lebensver­hältnisse und Geschichte einzuflößen wußten, haben sie die Verschmel­zung der Einwanderer mit ihrer neuen Heimat beschleunigt. Andrer­seits haben sie aber durch die Pflege der deutschen Sprache in ihrem Leserkreis für die Erhaltung der deutschen Kultur und Bildung ge­wirkt. In allen politischen Fragen haben die deutsch-amerikanischen Blätter sich immer streng patriotisch erwiesen; ihr Deutschtum be­tonen sie, wo es sich um deutsche Sprache und Kultur handelt. Her- man Ridder, der Herausgeber derNew-Yorker Staats-Zeitung" hat sich über die Bedeutung der deutschen Presse in den Vereinigten Staaten in folgender Weise ausgesprochen 1 :Die in deutscher Sprache erschei­nenden Tagesblätter sind keine deutschen Zeitungen, sondern in deut­scher Sprache abgefaßte amerikanische. Sie vertreten die amerika­nischen Interessen in ganz derselben Weise wie die englischen Zeitungen.

1 Vgl. Herbert Casson, The Germans in America, Munsey's Magazine, März 1906, S. 701. Herman Ridder ist 1851 von deutschen Eltern in New-York geboren.