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Im australischen Busch und an den Küsten des Korallenmeeres. Reiseerlebnisse und Beobachtungen eines Naturforschers in Australien, Neu-Guinea und den Molukken / Von Richard Semon. Mit 85 Abb. und 4 Ktn
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Fünftes Kapitel. Der Abzug der Schwarzen.

Ich kann hier nicht alle Erlebnisse meines Lebens im Auburn- Camp schildern. Meine Sammlung nahm allgemein einen guten Fortgang. Zahlreiche kleinere Beobachtungen werde ich späterhin berichten, wenn ich im Zusammenhang über die betreffenden Fragen zu sprechen habe. Am 4. November sagte ich zu Frank, er solle doch wieder einmal das große »Waterhole« nahe der Mündung des Boyne absuchen, wo wir zuerst große Mengen von Wasserpflanzen gefunden, das wir aber seitdem immer vergeblich nach Ceratodus- laich revidiert hatten. Es war nahe an Sonnenuntergang, als Frank atemlos zurückkehrte und mir in einem kleinen Gefäß drei von einer Gallerthülle umgebene Eier brachte, die er mit Bestimmtheit für Ceratoduseier erklärte. Das war ein großartiger Fund, wenn er sich als echt erwies. Frank behauptete das zwar mit großem Eifer, aber nach zahlreichen Erfahrungen, die ich mit ihm gemacht hatte, traute ich ihm nicht ganz. Am nächsten Morgen zog ich mit sämtlichen Schwarzen an die Stelle, wo Frank seine drei an­geblichen Ceratoduseier gefunden hatte, und nun begann ein all­gemeines Suchen. Die Lufttemperatur war jetzt im November eine hohe, und auch das Wasser war angenehm lau, so daß selbst die Schwarzen einen längeren Aufenthalt in demselben nicht mehr scheuten.

Die Methode des Suchens war die, daß man in das Wasser hineinging und vorsichtig eine möglichst große Menge von Wasser­pflanzen, besonders Lepilaena und die der Elodea ähnliche Hydrilla verticillata zusammenraffte und damit an das Ufer oder an einen im Wasser liegenden Baumstamm heränwatete. Hier wurde die Last niedergelegt und sorgfältig Stengel für Stengel, Blatt für Blatt, durchgesehen, ob sich irgendwo zwischen dem Gewirr eines der Eier befände. Dieselben werden nämlich einzeln lose zwischen die Wasser-