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Ost- und Süd-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
Seite
457
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Nachtrag.

Erythriia. Sultan Mohamed al Faris des bislang von Italien ab­hängigen Aussa erkannte Menelik's Oberhoheit an und verpflichtete sich, diesem Tribut zu zahlen; dagegen wurde den Moslims freie Religionsausübung zu­gestanden.

Britisch-Ostafrika. Laut Bericht des Kommissars, Sir Charles Elliot, für 1900/01 beliefen sich die Einnahmen auf 28000, die Ausgaben auf 158000, mithin der Zuschuß des Reiches auf 130000 F gegen nur 99000 ^ in 1899/1900; im Ganzen hat die Kolonie dem Mutterlande bislang 750000 ^ gekostet. Die Handelsbewegung wies 1900/01 eine Einfuhr von 6662000 und eine Ausfuhr von nur 1259000 Rupien auf. Im Küstenstrich besteht gesetzlich noch die Haussklaverei, doch wird Sklavenhandel auf das strengste bestraft und alle seit 1890 geborenen Personen sind frei geboren.

Uganda. In seinem Jahresbericht für 1900/01 schätzt der Kommissar Sir Harry Johnston die Bevölkerung der gesamten zum Protektorat gehörigen Landschaften auf 4 Millionen, dazu uur 300 Europäer. Die Ausgaben des Reiches für Ugandas Militär- uud Zivilverwaltung betrugen seit 1894 im Ganzen 1394000^, die Zuschüsse 1898/99: 142000, 1899/1900 250000 F, dazu kommen noch 4,9 Millionen F für die Bahn. Die neue jährliche Hütten^ steuer von einer Rupie und die Feuerwaffensteuer ergaben im ersten Jahre 34000 F, der etwas optimistische Kommissar hofft aber, davon in nicht allzu­ferner Zeit jährlich 165000 F erwarten zu dürfen und damit die laufenden Ausgaben bestreiten zu können. Der noch unter einer Regentschaft stehende jugendliche Kabaka oder König Daudi Tschua wird als anglikanischer Christ erzogen.

Deutsch-Ostafrika. Der Bau der deutschen Verbindungsstraße zwischen Tanganyikn und Nyassa, welche, von Bismarckburg ausgehend, der englischen Stevenson Road parallel läuft, war Mitte 1901 zu '/s beendet. Das neue Schwimmdock in Dar-es-Salam ist am 13. August 1901 bei der ersten Dockungs-Probe untergegangen. Der Betrieb der von der Rheinischen Handai-Plantagen-Gesellschaft angekauften Agnven-Plantage Kurasini ist Mitte 1901 eingestellt worden, da die Voraussetzung des Ankaufs das;