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Ost- und Süd-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
Seite
196
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Die Komoren.

Die am nördlichen Eingang des Kanals von Mosambik und in dessen Mitte gelegene, isolierte Inselgruppe der Komoren oder Feuerinseln ist, wie schon ihr Name andeutet, vulkanischen Ursprungs und ohne Verbindung mit dem afrikanischen Festland oder mit Madagascar.

Sie setzt sich aus folgenden vier, von Nordwest nach Südost aufgeführten Hauptinseln zusammen, von denen die drei ersten unter französischer Schutz­herrschaft stehen, während Mayotte eine französische Kolonie bildet: Die Große Komore 1102 akin und 20000 Einwohner, einschließlich Dependenzen Moheli 231 8000

Anjuan 378 15000

Mayotte 370 18000

2081 a>m und 61000 Einwohner.

Jede Inselgruppe besteht aus einer basaltischen oder trachytischen Hauptkette, die mit Lava, Tuffen und Bimsstein bedeckt ist, deutliche Krater findet man aber nur noch auf dem kleinen Pamanzi der Mayotte-Gruppe und besonders auf der Großen Komore, wo im 19. Jahrhundert auch noch drei Ausbrüche erfolgten, nämlich 1808, der stärkste 1860 und ein leichterer 1879/80. Alle vier Gruppen sind von gefährlichen Korallenriffen umgeben, die sich nur bei Mayotte in nennenswerter Entfernung vom Ufer hinziehen. Während die Große Komore gar keinen Wasserlauf aufweist, sind die drei anderen von klaren Flüssen durch­zogen, Anjuan besitzt auch Mineralquellen. Die angenehmeretrockene" Zeit, kühl und ohne starke Regen, dauert vom Mai bis Oktober, während die Monate Oktober bis April große Hitze, heftige Gewitter, Sturzregen und Flutwellen bringen; die Wirbelwinde letzter großer 1898 sind seltener und im all­gemeinen weniger heftig, als auf Ost-Madagascar und den Mascarenen. Der Boden ist, seiner vulkanischen Natur entsprechend, außerordentlich fruchtbar, besonders in den Thalsohlen und an den Flußmündungen, und sast überall mit reicher Vegetation bedeckt. Ueppige Wälder mit schönen Baumfarren zieren die Höhen, die Abhänge weisen Gehölz und Weiden auf, und weiter nach unten