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Ost- und Süd-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
Seite
159
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Portugitsisch-WafriKa.

Als die Portugiesen Ende des 15. Jahrhunderts als erste Europäer an Afrikas Ostküste erschienen, fanden sie daselbst bis Sofala hinunter als herr­schende Nation die Araber vor, und zwar unterstand der südliche Teil der Küste auch damals noch Kilwa. Schon zu Anfang des 12. Jahrhunderts wird Sofala als von Kilwa abhängig bezeichnet und speziell durch den Reichtum, den das von Sofala aus verschickte Gold eintrug, gelang es Kilwa, seine her­vorragende Stellung zu gewinnen und durch Jahrhunderte hindurch den Haupt­handelsort zwischen Sofala und Mombasa zu bilden. Auf seiner ersten großen Entdeckungsfahrt nach Kalikut berührte Vasco da Gama am 25. Januar 1498 auch Quelimane an der Sambesi-Mündung und die Insel Mosambik, während er auf seiner Rückreise nur Häfen nördlich von Sansibar und dieses selbst an­lief. Als nächster Pionier erschien im Jahre 1500 Pedro Alvarez Cabral, der bei Sofala zwei mit Gold beladene, nach Melindi fahrende arabische Schiffe antraf, welche die Habsucht der Portugiesen reizten, sodaß sich Francisco d'Al- meida 1505 durch Verrat in den Besitz des goldführenden Hafens Sofala setzte und daselbst eine Festung und eine Faktorei anlegte. Schon Basco da Gama hatte auf seiner zweiten Reise im Jahre 1502 eine Faktorei auf Mosambik ge­gründet, wenige Jahre später wurde daselbst auch eine Befestigung angelegt und nachdem sich die Portugiesen schon 1512 von dem seit 1505 als Haupt­stützpunkt benutzten Kilwa zurückgezogen hatten, bevorzugten sie allmählich, be­sonders seiner günstigeren Strom- und Windverhältnisse wegen, mehr und mehr Mosambik. Die Jahre 15001525 bezeichnen die Glanzzeit der Portugiesen in Indien, und wenn auch dieser Handelsverkehr selbst während der Blüteperiode sehr viel unbedeutender war, als man gemeinhin annimmt, so lenkte er doch die Aufmerksamkeit von Ostafrika, welches im allgemeinen nur Verpflegungs­station auf dem Wege nach dem Osten blieb, wesentlich ab. An der ganzen ostafrikanischen Küste bestand damals keinerlei regelmäßige portugiesische Ver­waltung und PortugalsOberherrlichkeit" äußerte sich nur in gelegentlichem Eintreiben des Tributs. Man suchte die Seeschiffahrt und den Handel zu be­aufsichtigen,, die Araber von Indien fernzuhalten, damit man den Gewürzhandcl