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Ost- und Süd-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
Seite
87
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Kritisch WaMa und Uganda.

Der englische Besitz in Ostafrika, der sich zwischen dem Dschub und dem Umba bis zu dem Viktoria Nyanza erstreckt, hat der Küste entlang schon in alten Zeiten eine recht bedeutende Rolle gespielt. Die dem Witu-Lande vor­liegenden Inseln Kweio, Patta, Manda und Lamu, das weiter südlich nach der Formosa-Bai folgende Melindi, besonders aber die Insel Mombasa un­weit der Südgrenze des jetzigen britischen Gebiets haben frühzeitig die Auf­merksamkeit der städtegründenden Schirazi und später auch diejenige der Portu­giesen auf sich gezogen. Wir haben gesehen, daß letztere während der Jahre 150992 ihren Hauptstützpunkt für das nördliche Ostafrika in dem ihnen treu ergebenen Melindi hatten, bis sie ihren Verwaltungssitz 1592 nach Mombasa verlegten und dort mit dem Bau der mächtigen Festung gegen weitere Türken- Angriffe begannen. Nach wiederholten Kämpfen gegen innere und äußere Feinde verloren die Portugiesen aber Mombasa im Jahre 1698 an den Jmam von Maskat, Sef ben Sultan, und eine Wiederbesetzung des Platzes ihrerseits im Jahre 1728 mußte schon im folgenden Jahre definitiv aufgegeben werden. Es folgte in Mombasa seit 1739 die Zeit der intriguanten und in sich selbst vielfach uneinigen Statthalter-Familie der Msara, welche ihre Herrschaft zeit­weilig bis nach Merka hinauf ausdehnte, nach langen Kämpfen gegen Maskat im Jahre 1837 aber endgültig unterlag, nachdem die 1823 zur Hülfe gerufe­nen Engländer sich schon 1826 wieder zurückgezogen hatten.

Das Innere des Landes war den Europäern bislang vollständig unbe­kannt geblieben. Zwar hatten schon im Jahre 1523 zwei Portugiesen ver­sucht, von Melindi aus die großen innerafrikanischen Seen zu erreichen, kehrten aber schon nach 11 Tagen entmutigt zur Küste zurück. Unseren Landsleuten, den Missionaren Krapf und Rebmann, welche in Mombasa wirkten, sollte es vergönnt sein, uns 1848 und 1849 zuerst von den Schneebergen Kiliman- dscho.ro und Kenia zu berichten, deren Existenz allerdings anfangs in Europa angezweifelt wurde und erst nach Claus v. d. Deckens Besteigung im Jahre 1861 allgemeinen Glauben fand.

Allmählich regten sich auch die Gelüste der Europäer auf Gebietser­werb in diesen Gegenden und zwar waren es zuerst die Brüder Denhardt, welche sich mit dem Sultan von Witu, Achmed, in seiner Jugend Simba,