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Ost- und Süd-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
Seite
76
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SaHtmr.

Der Name Sansibar stammt von Zendsch-Bar, d. h.das Land der Schwarzen" ab, womit die Araber das ganze tropische Ostafrika bezeichneten, bis mit der wachsenden Bedeutung der Insel Sansibar, welche die Eingeborenen Unguja nennen, allmählich die Bezeichnung speziell auf sie und ihre Haupt­stadt bezogen wurde. Im Altertum spielte die Insel keine große Rolle, wenn auch schon frühzeitig Schiffer aus Arabien und von der Benadirküste hier Niederlassungen begründet, sich mit den Eingeborenen vermischt und Sklaven vom Festland eingeführt haben mögen. Mit Errichtung des benachbarten Schirazi--Reiches Kilwa fällt auch Sansibar an dieses, scheint jedoch im 15. Jahrhundert bereits wieder eine gewisse Unabhängigkeit erlangt zu haben. Vasco da Gama, welcher auf der Rückreise von Indien am 28. Januar 1499 hier landete, wurde von arabischen Kriegern gut aufgenommen und fand eine schwache Bevölkerung, aber regen Handel mit Sofala und Gudscherat vor. Im Jahre 1503 zwangen die Portugiesen den Scheich zur Tributzahlung und 1508 er­oberten und plünderten sie die Stadt Sansibar, doch wurde auch hier, wie in den meisten ostafrikanischen Plätzen, die Herrschaft d'er Portugiesen bald eine sehr laue; sie unterhielten zwar jahrzehntelang eine Handelsfaktorei, über­ließen aber die Eingeborenen so ziemlich sich selbst. Im Jahre 1635 wird Sansibar von zeitgenössischen Schriftstellern als nicht mehr tributpflichtig be­zeichnet, der Scheich der Insel war jedoch den Portugiesen freundlich gesinnt und der Gouverneur von Mosambik hatte dort einen kaufmännischen Ange­stellten. Schließlich gehörte aber doch auch Sansibar zu den Städten, welche den Jmam von Maskat, Sef ben Sultan, gegen die Portugiesen zu Hülfe riefen und 1698 unter dessen Herrschaft kamen. Von den Satrapen Sansibars, die meist sunnitisch waren und sich wohl aus den alten schirazischen Scheich- Geschlechtern der Insel ergänzten, zeichnete sich der große Krieger Jakuti aus, welcher die von Abdullah ben Dschumah begonnene Festung, die Guereza in der Stadt Sansibar, beendete. Das Aufblühen Sansibars aber beginnt erst, nachdem Seyid Said ben Sultan von Maskat die Insel zum Stützpunkt seiner Unternehmungen in Ostafrika machte und sich 1840 hier dauernd niederließ; unter ihm wurde Sansibar mehr und mehr zum kommerziellen Mittelpunkt ganz Ostafrikas.

Anfangs waren es nur Segelschiffe, welche vorübergehend dem Handels-