Geschichte Ojwfritms.
Die Geschichte Ostafrikas geht, wenn auch zunächst sagenhaft, bis ins graue Altertum zurück. In den ältesten Zeiten sind es die nördlichen Gebiete, wahrscheinlich der Golf von Aden und das Somaliland, aus denen die alten Ägypter Weihrauch, Myrrhen, Straußenfedern und andere Produkte beziehen, und auf den berühmten Reliefs von Dar-el-Bahr wird uns die große Handelsexpedition der Königin Hatschepsu in diese Gegenden anschaulich vorgeführt. Die Handelsbeziehungen der Länder um das rote Meer, Arabiens und des persischen Golfes zu Ostafrika sind offenbar uralt. Allmählig drangen friedliche Händler weiter nach Süden bis Sofala vor, fanden hier größere Mengen Goldes und beuteten das edle Metall auch selbst schon sehr frühzeitig aus, wie die von unserem Landsmann Mauch wieder aufgefundenen Ruinen von Simbambye u. a. O. beweisen, welche vielleicht die Stelle des alten Ophir bilden. Ob die Semiten, welche hier wirkten, Phönicier, Babylonier oder Leute aus Süd- Arabien waren, ist bislang nicht festgestellt, aber wir wissen, daß um das Jahr 1000 vor Chr. Salomon Hiram und die Königin von Saba ihre Flotten nach dem goldreichen Süden sandten. Die sogenannten Himjariten, denen Saba angehörte, hatten jedenfalls rege Beziehungen zu Ostafrika, doch ist nicht bekannt, ob sie dort dauernde Niederlassungen gründeten. Allmählich jedoch ging die Kunde von diesen Ländern verloren, wenigstens gelangte man nicht mehr dahin; der zur Zeit der griechischen Ptolomä'er etwa um das Jahr 80 vor Chr. geschriebene „Periplus," die berühmte Segelanweisung für das rote Meer, giebt als südlichsten bekannten Punkt Rhapta an, welcher vielleicht in der Nähe der Rufiyi-Mündung lag. Wahrscheinlich waren aber auch damals noch verschiedene andere Punkte Stapelplätze für den Goldhandel, wie Opone, das heutige Ras Hafun, und andere. Die griechische Kolonie auf Sokotra und die römische Kolonie in Aden scheinen keine große Rolle gespielt zu haben und wurden jedenfalls bei dem allgemeinen Rückgang des römischen Weltreiches aufgegeben. Dagegen sind die Beziehungen der über Sokotra vordringenden Inder zu Ostafrika auch schon uralte.
Eine neue Epoche für Ostafrika beginnt mit dem Auftreten der Perser in Südarabien, welche Anfang des 6. Jahrhunderts von den Himjariten gegen die Arumiten zu Hülfe gerufen, Herren des Landes werden und bald auch im