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Nr. 150.
1698. Ur. 150.
14. April.
W. H. Staeden von Cronenfels^ an Raule.
Uom 14. April 1698. R. 65. 21.
Wohlgeboruer p. Jnsonders Hochgeehrter Herr, hierbei gehet des Bergverwalters Ligmunä OMniss Schreiben und tr3N8llltirt6 Copei wider zurück; ich finde wie in allen Bergwerken, die nicht dnrchschlächtig, also auch in ^triea, die Witterungen giftig und schädlich seind, wodurch allenthalben Bergleute erkranken und gar sterben; alle Berg verständige aber werden mit mir einig sein, daß dieses
Itens ^ Anzeigen künstigen reichen Anbrüchen und Erzen seie,
insonderheit da sich 2tcns lettigte Erden, auch
Ztens ^ weisser Svath unter die Vam-Erde sehen lässet, und
4^ sowohl in Forttreiben des Stollens, als Absenkung des Schachts
beständig eontinuiret, wodurch man also nothwendig schließen
kan, daß sie
5^ auf einen guten Erzgang seind, da mehr, weiln 6""-' berichtet wird, daß im Spath würklich gediegenes Gold gefunden wird,
also daß M. hg. H. nicht andersten meines Wissens rathen kan, Sr. Churfl. Dl. Unser gndst. Herren dahin zu vermögen, daß Sie in Gottes Namen dieses reiche Bergwerk mit mehrerm Nachdruck fortsetzen und dessen vor Augen sehenden Segen abwarten. Dabei nöthig gewesen wäre, daß sie aus ^triea, sowohl vom Svath, als Letten etzliche A zur Probe überschicket hetten, weiln vermuthlich, daß diese beide güldisch sein müssen. Es hat gemelter va-nnies vermög seiner heiml. Instruktion und in meiner Gegenwart abgelegtem Eidespflichten durch ein frembdes Schiff, wie dieses ein Seelündischer Lorren-Träger gewesen, die rechte Beschaffenheit und Zustand des Bergwerks nicht ausführlich und wohlmeinend von sich berichten dürfen, befürchtend, es möchte sein Schreiben verloren oder in ausländische verdächtige und hiesiger OonrMg-uiö schädlichen Händen
i Über den Briefschreiber war im Kgl, Geh. Staatsarchiv nichts zu ermitteln. Wahrscheinlich war er ein Clevischer Bergbeamter.