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Bentley- und Rawdon-Bai werden Eingeborene angetroffen, die sich auf Schnitzerei verstehen. Weiter sind die Pfeile, deren die Eingeborenen im Westen von Britisch-Neu-Guinea sich bedienen, an den Spitzen hübsch und geschmackvoll mit Schnitzereien verziert, jedoch bleiben die Eingeborenen von Britisch-Neu-Guinea in der Kunstfertigkeit des Schnitzens und Kerbens hinter ihren Brüdern im übrigen Neu-Guinea zurück.
Lediglich Frauenarbeit ist auch im. britischen Schutzgebiet die Töpferei. Im Innern allerdings wie auch im Westen (westlich des Vailala- Flusses) wird die Töpferei entweder gar nicht oder doch nur in geringem Masse betrieben. Hier werden die Koch- und Essgefässe aus Kokosnussschalen oder Holz angefertigt. Im Osten beschäftigen sich mit der Topfindustrie hauptsächlich die Weiber auf den Maschinisten-Inseln (Engeneer- Group), die Papua-Frauen an der Redscar-Bai, in Motu, an der Caution-Bai, von Lealea, Delema und Hall-Sound. Gute Thonprodukte liefern ferner die Louisiaden-Inseln. Den xegctjuaixog des südöstlichen Neu-Guinea bildet fraglos die kleine Teste-Insel, die den Frauen ein besonders vorzügliches Material zu ihrer Topffabrikation liefert, Die Thongefässe werden hier mit den Händen geformt, und nicht wie in Bilibili in Kaiser Wilhelms-Land mittelst eines Klopfers und Steines bearbeitet. In der Gegend von Motu-Motu holen die Frauen das Material zu der Topffabrikation aus tiefen Lehmgruben, die sich in der Nähe ihrer Dörfer befinden.
Ist der Lehm zur Stelle, so wird er zunächst zum Trocknen ausgelegt, zerstossen, mit feinem Sand vermengt und mit Salzwasser befeuchtet, damit er weicher wird. Dann werden die Töpfe geformt, zum Trocknen ausgelegt und über grossen Feuern gebrannt, Zuletzt werden die fertigen Gefässe mit Mangrove-Rinde gefärbt. Der obere senkrechte Rand der Töpfe zeigt verschiedene Muster, die als Handelsmarke dienen. Jede Frau hat auch hier ihr besonderes Fabrikzeichen.
d) Geburt, Kindheit, Familienleben.
Das erheiternde Element in den meisten Papua-Dörfern sind die Kinder. Leider herrscht in manchen Gegenden von Britisch-Neu- Guinea eine Kinderarmut, die etwas Unnatürliches an sich hat und den Gedanken nahe legt, dass wohl vielfach die Leibesfrucht im Keime erstickt oder dass viele neugeborene Kinder bald nach der Geburt getötet werden Der Resident Magistrate des östlichen