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Neu-Guinea / von Maximilian Krieger. mit Beitr. von A. von Danckelman ...
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4. Die Produktion des Landes.

Wie das Vorkommen von Kasuarinen in Kaiser Wilhelms-Land in der Kegel schon von weitem den Mangel an Kultur und Boden­bestellung- anzudeuten pflegt, so sind Kokosnusspalmen stets das sichere Anzeichen von in der Nähe befindlichen Siedelungen und Pflanzungen. Da die Papua selten mehr als das ihnen dringend Notwendige bauen, so sind ihre Pflanzungen gewöhnlich nur von geringer Ausdehnung. Grössere Anlagen findet man auf den Abhängen der Berge, so im Hansemann-Gebirge, am Szigauu-Bergsstock, auf den Bergabhängen landeinwärts vom Konstantin-Hafen, z. B. in Buramana, Immerhin bedürfen die Eingeborenen zu ihren Anpflanzungen eine verhältnis­mässig grosse Fläche Landes, da sie dieselbe Stelle immer nur einmal bepflanzen. Die Bewohner der kleinen Inseln sind durch die Enge des Raumes meist dazu getrieben, ihre Pflanzungen am Festlande anzulegen. Die Anlegung eines Feldes, das jedes Jahr gewechselt wird, geschieht, wie wir oben sahen, gemeinschaftlich. Vorher bringt man oft, die Jabim in der Kegel, den Geistern

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ein Opfer dar, damit sie das Wachsen und Gedeihen der Pflanzung nicht stören; sodann wird ein geeigneter Platz aus dem Gemeinde- lande ausgesucht. Jeder hat sein bestimmtes Feld, bei dessen Rodung und Umzäunung ihm die anderen Dorfgenossen helfen. Der Zaun besteht meist aus Zuckerrohr, die Zaunstäbe schlagen häufig genug von neuem aus und verleihen dadurch dem Ganzen eine grosse Festigkeit. Eine eigentliche Thür oder ein Gatter befindet sich nicht am Zaun, wohl aber sind bequeme Stellen für den Durch­gang vorgesehen. Die Zäune sind notwendig zum Schutz gegen die wilden Schweine, die nichtumzäunte Pflanzungen nicht aufkommen lassen würden.

Das Roden und Umgraben des Bodens ist wie das Setzen des Zaunes fast ausnahmslos Sache der Männer; dann beginnt die Ar­beit der Frauen, die das Erdreich zu sieben und die Pflanzen zu setzen haben; letzteres geschieht meist in musterhafter Ordnung. So werden die Ranken des Yams reihenweise und die einzelnen Pflänzlinge an voneinander gleichmässig entfernten Stäben auf­gewunden.

Am Augusta-Fluss sind die Pflanzungen bis zu einem Viertel­morgen gross. Dort wird selten Waldland dazu benutzt, sondern meist der von wildem Zuckerrohr bestandene Boden. Die Anzahl