VI. Die Tierwelt Neu-Guineas.
Von Paul Matschie.
Ein Blick auf die Erdkarte zeigt uns, dass Neu-Guinea zum grösseren Teile aus noch unerforschten Gebieten besteht. Nur der Nordwesten und Südosten und einige dem Meere benachbarten Gegenden des Nordens und Südens sind uns biher genauer bekannt geworden. Da ist es denn kein Wunder, dass die Nachrichten, welche wir über die Tierwelt von Neu-Guinea besitzen, nur sehr lückenhaft erscheinen, und wir dürfen darauf gefasst sein, dass noch manche merkwürdige Entdeckung aus jenen Ländern zu uns dringen wird.
Neu-Guinea betrachten die Zoologen, soweit es die Verbreitung der Tiere betrifft, als einen Teil des sogenannten „südlichen Gebietes", welches Australien, den Papua-Archipel und Mikro- nesien umfasst und auf den Molukken in das indo-malayische Gebiet übergeht. Wunderbare und eigentümliche Tierformen geben dieser Region ein ganz sonderbares Gepräge. Säugetiere mit Schnäbeln, Vögel mit Federn, die wie Haare geformt sind, Hühner, welche ihre Eier durch die Wärme der Sonne oder des Erdbodens ausbrüten lassen, Tauben von der Grösse einer Pute, Kukuke. welche,wie Fasanen aussehen, Ratten mit Kletterschwänzen und andere mit Schwimmfüssen, Eidechsen, die auf zwei Beinen laufen, alle diese Tierformen tragen dazu bei, die Gegenden, deren Fauna wir hier betrachten wollen, besonders interessant zu machen.
Die im südlichen Gebiete lebenden Tiere sind keineswegs gleich- mässig über die gesamte Region verbreitet, sondern man muss eine