Vorwort.
Der deutsche Anteil von Neu-Guinea, das Kaiser Wilhelms- Land, ist durch den Übergang- der Landeshoheit über das Schutzgebiet der „Neu-Guinea-Kompagnie" auf das Deutsche Reich in ein neues Stadium seiner politischen und wirtschaftlichen Entwicklung getreten. Es mag deshalb gegenwärtig — trotz der vielfach noch unzulänglichen Unterlagen — wohl geboten erscheinen, eine zusammenfassende Darstellung der Insel zu geben, die einen Vergleich des Kolonialbesitzes der drei auf Neu-Guinea vertretenen Staaten: Deutschland, Grossbritannien und Holland, ermöglicht.
Es ist im folgenden versucht worden, auf Grund eines eingehenden Quellenstudiums und der an Ort und Stelle während eines nahezu dreijährigen Aufenthalts gesammelten Erfahrungen ein solches Gesamtbild der Insel Neu-Guinea zu entwerfen.
Die Herausgeber der „Bibliothek der Länderkunde" haben in freundlicher Bereitwilligkeit ihrem letzterschienenen Bande „Italien" Neu-Guinea als fünften und sechsten Band folgen lassen. Mit dem geziemenden Danke für die Aufnahme des vorliegenden Buches in die Bibliothek sei für die Leser von vornherein darauf hingewiesen, dass in diesem Bande das Ethnographische das Geographische überwiegt. Es findet dies seine Begründung darin, dass das Innere der Insel zum allergrössten Teile noch bis heute terra incognita ist; dagegen bieten die Küsten- und Binnen-Stämme in ethnographischer Beziehung so viel Bemerkenswertes und unter sich Verschiedenartiges, dass ihre eingehendere Schilderung den bei weitem grössten Teil des Buches einnimmt.
Durch die huldvolle Gnade Seiner Majestät des Kaisers und Königs, für welche der Verfasser seinen allerunterthänigsten Dank schuldet, sind dem Buche mehrere wertvolle Bilder aus dem