Einleitung.
Der moderne Mitteleuropäer ist bezüglich der Kriegführung verwöhnt. Die Zeiten, in denen der Bürger noch beschaulich in seinem Erker sitzen und mit behaglichem Gruseln in seinem Blättchen lesen konnte, wie hinten weit in der Türkei die Völker aufeinanderschlagen, sind vorüber, seitdem die europäischen Nationen durch ihren Handel und ihre Kolonien sich weit über die geographischen Grenzen ihrer Länder hin ausgewachsen haben.
Aber diese Wandlung ist gerade bei uns in Deutschland so alt noch nicht. Wir haben erst vor knapp dreißig Jahren anfangen können, als Nation die Augen begehrend über die Grenzen des Vaterlands hinausschweifen zu lassen. Bis dahin hatten wir gerade genug damit zu thun, im Inneren den Zusammenschluß zu erlangen, der erst ein Mitreden in auswärtigen Fragen ermöglichte. Der Aufschwung zum führenden Großstaat ging dann allerdings rasch vor sich, zu rasch freilich, als daß der deutsche Philister ihm auch da hätte folgen können, wo er über den Rahmen seiner Kirchturmpolitik hinausging. Daher die unendlichen Schwierigkeiten, die es weitschauenden Staatsmännern und Privatpersonen kostete, um die „kompakte Majorität" des deutschen Volkes allmählich von der Notwendigkeit einer Anteilnahme Deutschlands an den Fragen der Weltpolitik zu überzeugen; daher auch andererseits die Neigung des Deutschen zu trüben Betrachtungen, wenn einmal die Dinge da draußen nicht mit der Schnelligkeit vorwärts schreiten, die man in europäischen Fragen und in kontinentalen Kriegen gewohnt ist.