Vorrede.
Die chinesische Frage ist durch die Wirren der Jahre 1900 und 1901 ihrer Lösung kaum nähergebracht worden. Eher das Gegenteil ist der Fall. Scheint es doch fast, als sollte sie noch lange Jahre für die Weltpolitik die Rolle spielen, die die orientalische Frage für die Kontinentalpolitik gespielt hat und noch spielt. Vielleicht kommen daher die nachfolgenden Aufzeichnungen nicht ungelegen, die im wesentlichen eine Verarbeitung der Erfahrungen und Eindrücke enthalten, die ich als Redakteur des „Ostasiatischen Lloyd" und als Korrespondent der „Vossischen Zeitung" während des chinesischen Feldzuges, sowie auf meinen selbständigen zum Teil ausgedehnten Forschungsreisen in der Mandschurei, Schantung und den chinesischen Südprovinzen gewonnen habe. Für diejenigen meiner Leser, denen daran gelegen ist, Einzelheiten aus dem Feldzuge selbst zu erhalten, habe ich das zweite Buch etwas breiter angelegt und ihm den subjektiven Charakter gelassen. Ein Teil der dort mitgeteilten Ereignisse ist, wenn auch in anderer Form, bereits in Zeitungsberichten veröffentlicht worden. Indessen glaube ich, daß das kein Hindernis ist, sie hier dem Zusammenhange einzugliedern. Ich habe den überreichen Stoff nach Möglichkeit zusammengedrängt und kritisch behandelt, zweifle freilich nicht daran, daß mir dabei manche Ungenauigkeiten und Fehler untergelaufen sind, die sich aber bei einem so flüssigen Stoff schwer vermeiden lassen. Ich will ja schließlich auch nur zur näheren Beschäftigung mit den hier in Betracht kommenden Fragen anregen und bitte eventuelle Fehler zu korrigieren, in der Beurteilung des Ganzen sich aber an die gute Absicht halten zu wollen.
Ich glaube in dem — mehr theoretischen — ersten Buche einiges Neue zu bieten. Leider war es mir nicht mehr möglich, die sehr schätzenswerten Aufzeichnungen des dritten Bandes der