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Das Deutschtum in den Vereinigten Staaten in seiner Bedeutung für die amerikanische Kultur / von Albert B. Faust, Prof. an der Cornell-Univ.
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Einleitung.

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nische Erziehungswesen. Zwei Kapitel behandeln den deutschen Einfluß auf die Entwicklung der Kunst in Amerika, vor allem der Musik, im ein­zelnen auch auf Illustrationskunst und Karikaturenzeichnung, ferner auf Literatur und Zeitungswesen. Das Schlußkapitel macht den Ver­such, die gesellschaftlichen und sittlichen Einflüsse der Deutschen in Gegenden, wo sie sich am dichtesten niedergelassen haben, zu bestimmen.

Angesichts der häufig aufgeworfenen Frage, ob der deutsche Ein­fluß in den Vereinigten Staaten an Bedeutung der Verbreitung der Deutschen in Amerika entspricht, erschien es geboten, der Prüfung des deutschen Einflusses eine zahlenmäßige Schätzung des deutschen Ele­mentes vorangehen zu lassen. 1 Nach sorgfältiger Forschung hat der Ver­fasser feststellen können, daß die Zahl der Personen deutschen Blutes, so groß sie ist (beträgt sie doch ein Viertel der Gesamtbevölkerung der Vereinigten Staaten), den hohen Prozentsatz nicht erreicht, den man häufig annimmt. Ausländische Kritiker, denen eine genaue Kennt­nis der Verhältnisse fehlte, haben oftmalsganz ungerechte Anforderungen an das deutsche Element in den Vereinigten Staaten gestellt. Endgültig wird sich die Frage des verhältnismäßigen Einflusses der Deutschen nicht beantworten lassen, bis das Maß der gestaltenden Einwirkung auf die Entwicklung des amerikanischen Volkes für jedes der beteiligten Bevölkerungselemente festgestellt worden ist. Soweit die bisherigen Forschungen auf diesem Gebiete reichen, braucht das deutsche Ele­ment Vergleiche nicht zu scheuen.

KAPITEL I

SCHÄTZUNG DER ZAHL DER PERSONEN DEUTSCHEN BLUTES IN DER BEVÖLKERUNG DER VEREINIGTEN STAATEN 2

Die Frage, wieviel deutsches Blut sich in der Bevölkerung der Ver­einigten Staaten findet, ist niemals in völlig befriedigender Weise ge­löst worden. Den eingehendsten Versuch einer Lösung verdanken wir

1 In dieser statistischen Untersuchung ist der Verfasser durch den Rat und die Kritik des Professors für Volkswirtschaft und Statistik an der Cornell-Uni- versität, Herrn Walter F. Willcox', ungemein gefördert worden. Dies sei hiermit ausdrücklich und dankend anerkannt.

2 Die rein technischen Ausführungen dieses Kapitels mögen für manche Leser von geringerem Interesse sein. Diese werden vielleicht vorziehen, sich mit dem Ergebnis der statistischen Berechnungen auf S. 26 zu begnügen, um sich dann dem anziehenderen Stoff in den folgenden Kapiteln zuzuwenden.