Mu^enunö Ä^en^es ^»spi^ehen sommers
„IHasiKa" die große, und „vuli" die Kleine Regenzeit, so nennt sie der 5uaheli.
Wenn ich ehrlich sein soll, so bekenne ich mich lediglich als fanatischer Feind dieser beiden, für mich eigentlich ganz gleichen afrikanischen Jahreszeiten. Ausgesprochener Feind deshalb, weil sie mich in der Ausübung meiner Arbeit nicht nur stören, sondern sie meistens sogar zum Teil oder völlig unterbinden.
Der moderne Mensch hat schon viele Beweise seines Geistes und seiner Kunst erbracht, nur eines wird ihm niemals gelingen, und wenn er alt würde wie das Weltall: den launischen Wettergott zu bändigen! hier versagt seine gerühmte Intelligenz ganz schmachvoll, hier verblaßt der schöne Glorienschein über seinem genialen Haupte. Da geht eben alles seinen Gang — bis ans Ende aller Dinge. So bleibt dem „Rrümelchen Mensch" nichts anderes übrig, als sich zu fügen. Aber schimpfen darf er!
Und das tue ich dann immer ganz gehörig. Nützt es auch nichts, so erleichtert's doch! Und das ist schon viel wert, zumal in den Tropen.
Als Jäger und Mensch ist mir das Wetter im Grunde genommen ziemlich gleichgültig, als Maler aber Könnte ich seinetwegen manchmal bersten. Wie gut haben es da die Rollegen und Jäger in der lieben Heimat! Wird es ihnen draußen zu arg, beziehen sie einfach den warmen Bau, oder sie verbringen wenigstens die Nacht in schützender Hütte. Wer machte sich da viel Sorge in dieser Beziehung?
Aber hier---!
Einige Proben dieser lieblichen Regenzeiten, und was sie mir an Gutem und Bösem spendeten, sollen hier erzählt sein.
„MasiKa" und „vuli" treten in den verschiedenen Distrikten ganz abwechselnd auf. So Kommt es vor, daß es in einem Bezirke bereits täglich gießt, fünf bis sechs Tagemärsche weiter aber noch das prachtvollste, Klarste, trockene Wetter herrscht. Nicht selten ist es, daß die Kleine Regenzeit ganz ausbleibt.
häufig ist es morgens beim Abmarsch und auch noch 2—3 Stunden später herrlichster blauer Himmel. Da tauchen ganz urplötzlich, man weiß nicht, woher sie so schnell Kamen, überall Kleine weiße Wölkchen auf. Sie sind eben da und vergrößern sich schnell. In einer Knappen Stunde haben sich dann die harmlosen Wölkchen zu ganz enormen, vom leuchtendsten Weiß bis zum tiefsten Blauschwarz abschattierten Gewitterwolken zusammengeballt. Nun werfen die unheimlichen Gebilde weite Schatten auf die Erde.
131