Druckschrift 
Im Lande meiner Modelle / von Wilhelm Kuhnert
Entstehung
Seite
116
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Es regnet wieder einmal Bindfaden!

Auf meinem Zeltdache trommelt der Tropenguß seine monotone Musik, und auch die Frösche geben sich alle mögliche Mühe, um in diesem Höllenspektakel nicht zurück­zustehen.

Ist es da wunderlich, wenn man wach wird? Und brrr die Hitze im Zelte, das reine römische Bad! Zum Glück strömt wenigstens durch die beiden Dachluken und das Kleine seitliche Maschenfensterchen ein Lufthauch in mein sogenanntes Schlafgemach, sonst wäre es wirklich zum Umkommen.

Was noch nicht ganz zehn Uhr? Na, dann schnell auf die andere Seite gelegt!

Wieder bin ich munter geworden. Aber diesmal ist es nicht der tosende Regen, der mich weckt. Es ist ein recht lautes, Knirschendes Beißen auf Rnochen, und zwar unter dem Zeltdach auf meiner rechten Bettseite. Mitunter Kracht und Knallt es ganz bedenklich. Also für einen ohne Künstliche Schlafmittel Schlummernden ein verzeihlicher Grund zum Kufwachen.

Es ist noch zu Anfang meiner Reise, aber trotzdem liegen in allernächster Nähe ein Nilpferd- sowie einige Wasserbock- und Swallahgehörne. Diese ersten Trophäen sind wohl gereinigt, für eine feine Tiernase duften sie aber noch mehr als genug. Und ich liebe meine Trophäen wie jeder Weidmann. Aber im allgemeinen hänge ich sie mir nicht in un­mittelbarer Nähe meiner Schlafstätte auf, sondern tue das nur dann, wenn ein sicheres Unterbringen anderen Ortes nicht möglich ist.

Mein Zelt steht ganz frei. Die Leute dagegen liegen 1020 Meter weiter auf einer Kleinen Bodenerhebung neben einigen dürftigen Büschen und schnarchen, was das Zeug hält.

Sofort bin ich mir über die Natur meines nächtlichen, ungebetenen Gastes Klar. Eine fisi" Hyäne schmaust auf meine Rosten es Können auch ihrer zwei sein! Er­wachen, hören und in die Hände Klatschen, ist eins. Dabei schreie ich, so laut ich nur Kann:oh!"

Aber soviel Radau ich schlage, es Knirscht ruhig weiter. So eine freche Bande!

Raus bin ich aus dem Bett, stopfe zwei Patronen Nr. 0 in die Läufe, öffne lautlos ein paar Schnallen der Zelttür und schleiche mich hinaus. Draußen ist es stockfinster, aber ich sehe doch, wie sich unter dem Zelte ein großer, dunkler Rlumpen loslöst und flüchtet.

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