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öeim ersten Betreten afrikanischen Bodens und bei den erstmaligen Begegnungen mit einem „faru", wie der Suaheli das Nashorn nennt, am selben Tage gleich dreimal von solchen Dickhäutern attackiert zu werden, ist für den Knfang doch etwas reichlich.
Das war im Sommer 1891 auf meiner ersten Reise nach dem Rilimo.ndjo.ro. Mehrmals hatte ich schon Nashörner gefährtet, und auch schon mehrere in der Ferne gesehen, aber zu Schuß war mir noch Keins gekommen. Nur Flußpferde standen damals auf meiner Schußliste als stärkstes Wild. Da Kam die erste Bekanntschaft mit dem „faru", und das schneller, als ich ahnte.
Kn jenem denkwürdigen Tage befinde ich mich gar nicht auf Iagd, sondern auf dem Marsche, etwa zwei Tagereisen westlich des Iipesees. Streckenweise führt mich mein weg durch lichte Gbstgartenstevve, so benannt, weil die Kleinen, Knorrigen Bäume unseren heimischen (vbstbäumen täuschend ähnlich sehen. Dann Kommen wieder Strecken, an denen das Gras eine ziemliche Höhe ausweist, und offenere Stellen, wo der braunrote Laterit- Voden als Blöße zutage tritt.
Ohne jeden Weg und Steg geht es dahin. Nach einer Stunde gelangen wir an eine solche grasfreie Stelle, die wir überkreuzen. Ich marschiere an der Spitze der Karawane und bin gerade im Begriff, auf der anderen Seite wieder ins Gras einzudringen, da schallt mir ganz nahe ein lautes pusten und Pfeifen entgegen.
So plötzlich ich das vernehme, so blitzschnell rast auch schon wie eine Maschine ein Nashorn wenige Schritte vor mir auf mich zu. Das alles geht so schnell und unerwartet vor sich, daß ich dem Bon die Büchse nicht mehr aus der Hand reißen Kann. Schon ist öas Nashorn bei mir--
Da fliege ich urplötzlich ins Gras, ob durch mein Straucheln oder durch eine Kn- rempelung seitens des „faru", weiß ich nicht. Ich merke, daß ich Keinen Schaden genommen habe und bin sofort wieder auf den Beinen.
Kber ich bin allein auf weiter Flur! Nichts rührt sich, nichts zu sehen, nichts zu hören ringsum. Und wie sieht es aus um mich her! Da liegen im wilden Durcheinander meine Lasten zerstreut umher, dort eine heile und da eine in die Brüche gegangene Wasser- Kalebasse- hier eine Zebrafellsandale, und dort Stöcke, ein Speer und andere nette Sachen. Nur von den Besitzern ist nichts zu sehen.
Da blicke ich auf einen Baum, und — alle, alle sind sie da! Wie eine dichte Masse
Uuhnert, Im Lande meiner Modelle. 7 97