Üach entsetzlich langen Regentagen „lacht" endlich wieder einmal die schmerzlich vermißte Sonne vom blauen Himmel hernieder, Wie sehr habe ich sie herbeigesehnt!
Selbst die Schwarzen atmen auf. Rönnen sie doch jetzt endlich ihren ganzen durchweichten Reichtum von „nguo" — Wäsche — in der lieben Sonne wieder zum Trocknen ausbreiten.
An solchem Sonnentage gleicht das Lager einer großen Wäschebleiche, bei der die farbigen Stoffe vorherrschen. Natürlich benützt auch mein Zeltbov die warmen Strahlen, um alle Sachen meiner Roffer zu lüften und zu trocknen. So bietet das Lager mit allerhand flatternden Kleidungsstücken, umherliegenden Lumpen, zum Trocknen und Bleichen ausgelegten Fellen und Gehörnen ein recht lustiges, farbenfrohes Bild.
Diesen ersten, vielleicht nicht allzu langen „Sonnenlichtblick" will ich auch sofort benutzen, um einige schon wiederholt vergeblich angepirschte Motive zur Strecke zu bringen.
Bis jetzt glaubte meine Gesellschaft, weil ich die Wetteraussichten etwas länger als sonst geprüft und nicht gleich in aller Herrgottsfrühe aufgebrochen bin, daß ich mich ebenfalls zum „Trocknen" auslegen wolle. Nun machen alle, die ich freundlichst auffordere, mit mir auf „Kazi" — Arbeit — zu gehen, recht verdutzte Gesichter. Dabei sind natürlich die unvermeidlichen Ausreden sogleich zur Hand.
„Marsch, los — Rinder! Ich bin nicht zum Vergnügen in eurem schwarzen Lande. Da — nehmt das Malgepäck und vergeßt auch das hier nicht für den Fall, daß ich jagen sollte."
Man Kann ja hier nie wissen, was uns zustößt. Und auch die Leute spornt das Mitnehmen des Schießzeuges sogleich merkbar in ihrer Arbeitswut an. So geht es bei bester Stimmung los, und einige zurückbleibende Frechdachse rufen uns sogar noch nach: „Bringt recht viel „nvama" — Fleisch — mit!"
In einer guten halben Swnde bin ich bereits in meinem Revier. Schon auf dem Wege dahin war ich über die vorgegangenen Veränderungen überrascht- jetzt bin ich starr vor Bewunderung.
Wie war das möglich, so frage ich mich ein ums andere Mal. Ist das wirklich die unverfälschte Wildnis, was du hier siehst, oder irgendein Künstliches Machwerk? Doch nur das eine ist möglich,- Kein Trugbild zeigt sich hier!
Was soll ich sagen: so weit überhaupt das Auge zu blicken vermag — und das ist
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