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Im Lande meiner Modelle / von Wilhelm Kuhnert
Entstehung
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Wie Kamen Sie eigentlich gerade auf Afrika?"

Wie häufig höre ich diese Frage. Die Antwort ist mir längst geläufig, hier will ich sie mit ein paar Kurzen Worten abtun.

Durch von Jugend auf scheinbar angeborenes Interesse zur weiten Gottesnatur und ihrer Lebewesen.

Später, nach eingehendem Studium Kam die Erkenntnis dazu, daß das Geschöpf echt nur in seiner ureigensten heimatlichen Umgebung darstellbar ist, und nicht, wie her­kömmlich, in einer phantastischen.

Ich Konnte aber unmöglich den weisen Rat meines Lehrers Men.erheim befolgen, Äer mir eines Tages, als ich von Afrika schwärmte, sagte:Machen Sie es doch wie ich: ein Brett mit verschiedenen Steinkohlenstückchen belegt, da und dort Sand dazwischen- gestreut, und die schönste Wüste ist fertig!"

Ein einfaches Verfahren, sichafrikanische Landschaft" vorzugaukeln.

Ich hatte aber trotz meiner Jugend andere Träume und Ziele, mir schwebte ein etwas anderes Verfahren vor.

Auch sollte mir die weite Welt den Blick erweitern.

Mich reizte die unverfälschte Wildnis, wo noch der Mensch als Naturwesen lebt. Etwas Abenteuerlust und Tatendrang will ich nicht ableugnen.

Ein Maler hat das absolute Recht, fremde Welten darzustellen. Das Uünstlerauge Kennt Keine geographischen Grenzen.

Immer wieder habe ich in mein gelobtes Land einzudringen gesucht, denn schier unerschöpflich ist sein Reichtum, und leider zu Kurz ein Menschenleben, um all die Fülle an Schönheit fassen und bewältigen zu Können.

Auhnert, Im Lande meiner Modelle.

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