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T. 1 (1911) Aufgaben und Verlauf, die Karte, Ergebnisse der Sammlungen, Ethnographisches / von Fritz Jäger. Mit Beitr. von A. Wedemeyer ...
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sprechen würde. Tn einer Merkatorkarte wird der Fehler im gesuchten Orte durch direkte Einführung der gemessenen Winkel sehr stark vergrößert. Da

dieser Fall besonders bei der Bestimmung des Schiffsortes eine Rolle spielt, werde fth darauf i einer nautischen Zeitschrift ausführlicher eingehe,,.

VII. Bericht über die astronomischen Arbeiten während der Reise. 1 !

Dem Reisenden standen für die astronomischen Beobachtungen zur \ erfiigung: ein kleines Uni­versalinstrument von Hildebrand in Freiberg Nr. 2348, eine mittlere Zeituhr und zwei Sternzeit­uhren von Fange & Söhne in Glashütte. Die Ausrüstung genügte für die beabsichtigten Breiten-, Zeit- und Azimutbestimmungen, welche letztere zur Orientierung der ziemlich umfangreichen Erian- gulationsarbeiten nötig wurden. \\ enn auch für den letzteren Zweck mehrfache Anschlüsse an die durch Herrn Hauptmann Schlobach ausge­führte Grenzvermessung mehrfach vorhanden waren, so war es doch namentlich bei größeren Entfernun­gen von dem genannten Vermessungsnetz wünschens­wert selbständige Orientierung zu erhalten. Das benutzte kleine Universalinstrument gestattete noch eine Genauigkeit von 0/5 in Zenitdistanz und 1/0 am Horizontalkreis. Die erhaltenen Werte für die Uhrkorrektionen sind dementsprechend durch­schnittlich aus vier Einstellungen bis auf etwa ein bis zwei Zeitsekunden und die Breiten im allge­meinen bis auf + 0/4 sicher, namentlich bei den letzteren ist aber mehrmals bei zweckmäßiger Anordnung der Beobachtungen noch eine etwas größere Genauigkeit erlangt worden. Beeinträchtigt ist diese nur dann, wenn durch äußere Umstände bedingt die Zenitdistanzmessungen zu weit außerhalb des Meridians angestellt werden mußten. Ist dann nur eine einseitige Zeitbestimmung vor­handen, die unter Umständen eine auf mehrere Sekunden unsichere Uhrkorrektion liefert, so können bei den großen Stundenwinkeln auch die Reduktionen auf den Meridian erheblich fehlerhaft werden. In der nachstellend angefügten Liste der Einzelbestimmungen sind die geschätzten oder wenn genügendes Material vorhanden ist auch scharf berechnetenMittleren Fehler mit ange­geben. Von den Azimutmessungen in Ngoron- goro JJI kann nur eine einzige auf größere Ge­nauigkeit Anspruch machen, da für die anderen Tage leider keine genügenden Zeitangaben erlangt werden konnten; denn am gleichen Tage ist leider

b Für die Berechnung der Beobachtungen und die Ab­fassung dieses Berichts sage ich Herrn Professor Dr. Ambronn meinen verbindlichsten Dank. F. J.

keine Zenitdistanzmessung der Sonne, welche aus­schließlich für die Azimute beobachtet wurde, vor­genommen worden. Auch der Uhrgang ließ sich nicht mit genügender Sicherheit feststellen, so daß eine schärfere Extrapolation nicht angängig war.

Es muß hier darauf hingewiesen werden, daß Gestirne bei geringer Zenitdistanz nie zu Azimut­bestimmungen mit so kleinen Instrumenten beob­achtet werden sollten; denn die Bestimmung der Neigung der Horizontalachse ist kaum mit ge­nügender Schärfe möglich, ein Fehler in dieser Neigung gewinnt aber einen sehr erheblichen Ein­fluß auf die Azimutdifferenz zwischen einem hoch­stehenden Gestirn und nahe dem Horizont ge­legenen irdischen Objekt (Dreieckspunkt usw.).

Es ist gewiß anzuerkennen, wenn bei Gelegen­heit auch Höhenmessungen des Mondes mit solchen von nahestehenden Gestirnen zugleich ausgeführt werden, da auf diese Weise eventuell eine Längen­bestimmung gewonnen werden kann. Solche Mes­sungen hat der Reisende auch versucht, aber leider in viel zu geringer Zahl und nur sehr sporadisch verteilt auf die verschiedenen Orte. Wenn es schon an und für sich sehr gewagt ist, ein so kleines Instrument zu solchen Beobachtungen verwenden zu wollen, so könnte doch gerade deswegen nur eine systematische Ausführung solcher Beobach­tungen eine gewisse Aussicht auf Erfolg ver­sprechen. Nach den vorliegenden Daten ist es aber aus den angeführten Gründen ganz unmöglich auch nur einen genähert richtigen Wert von abso­luten Längen zu erhalten. Bei ganz plausiblen An­nahmen betr. der Unsicherheiten in der gemessenen Zenitdistanz des Mondes und in der Zeitbestimmung aus einem dem Monde nahestehenden Stern nämlich etwa 20 resp. i 8 erhält man für den mitt­leren Fehler einer Längenbestinnnung, den Betrag von 12 bis 13 Bogenminuten! Das ist selbstver­ständlich viel mehr, als auch einer ganz ober­flächlichen Routenaufnahme, geschweige denn den gut ineinandergreifenden Triangulierungen, welche der Reisende ausführte, beizumessen sein dürfte. Es geht aus solchen Betrachtungen hervor, und die Praxis hat das in vielen Fällen bestätigt, daßLängen- bestimmungen aus Mondzenitdistanzen nur von