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22. Ein Brief aus Lüderitzbucht.
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s ist ein heißer Tag heute. Keine erfrischende Brise weht wie sonst vom Meer herüber, das einem tiefblauen Spiegel gleich daliegt, umrahmt von dem hartgelben Wüstenland und den wunderlich zerrissenen Klippen. Müde wird man durch diese Glut, gelähmt bei körperlichen Anstrengungen und schwerfällig beim Denken. Sehnsüchtig warten wir auf die Kühle der Abendluft.
Ich sitze, geschützt vor den Strahlen der Nachmittagssonne, in meiner Veranda und soll über Lüderitzbucht schreiben.
Über Lage und Umgebung läßt sich nicht viel sagen. Nirgends ein Grashalm, kein Atom von Grün — Sand, Klippen, Sand . . ., und aus diesem Landschastsbild, dessen Einförmigkeit nur durch die Frische der Farben schwindet und einige Leuchtkraft erhält, erhebt sich die junge aufstrebende Stadt.
Alle bezeichnenden Merkmale der über Nacht erblühten Kolonie sind vorhanden, die Unregelmäßigkeit der Anlagen, Einfachheit der Lebensbedingungen neben hochgesteigerten Ansprüchen an Behaglichkeit, all das Unfertige, Flüchtige, Lückenhafte, das Hinarbeiten auf raschen Gewinn, das uns überall sichtbar engegentritt. Holzbuden, massive Bsuten, Wellblechschuppen und Paläste — alt- oder neudeutsch, wie man sie nennen will — erheben sich auf diesem sandigen Gelände, über
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