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Briefe eines deutschen Mädchens aus Südwest / von Clara Brockmann
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21. Ein Brief aus Windhuk.

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U^Wchon oft hat man mich in Briefen um wahrheitsgetreue Schilderungen von Land und Leuten und von allen die Gemüter bewegenden Ereignissen in unserer Kolonie gebeten, und ganz besondere Teilnahme zeigt man für unsere Haupt- und Residenzstadt". Ich werde also zunächst ein Bild von Windhuk malen, dem Herzen Südwests, von seiner Lage, seinem Charakter, seinem öffentlichen Leben ..., es ist dies gar nicht so einfach. Das Thema Windhuk ist eine schwierige Sache. Landschaftlich reizvoll, ein schönes Stück Südwestafrika und doch so unafrikanisch in Leben und Lebensbedingungen, eine Stätte, wo das Hohe Lied der Arbeit in gleicher Weise ver­standen wird wie der Müßiggang, wo der beste Kern des Deutschtums neben gaunerhaftem Ausländergesindel sitzt, eine Ortschaft, die weit und frei über gebirgige Höhen hingestreckt liegt und doch so eng ist.

Man denke sich die weite gebirgige Landschaft des Damara- landes. Hier schlangelt sich auf stetig ansteigendem Gelände die kleine Feldbahn Hunderte von Kilometern entlang, bis sich endlich in einem breiten Gebirgstal weiße und rote Häuser zeigen, tiefsandige, ungevflasterte Wege, Gärten, deren Grün frischere Farben aufweist als ringsumher das Feld. Das ist Windhuk. Der Einwohnerzahl nach ein großes Dorf oder eine kleine Stadt, zeigt es auch im Aussehen ein halb städtisches, halb dörfliches Gepräge. Vor allem ist es deutsch, ganz anders

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