Druckschrift 
Briefe eines deutschen Mädchens aus Südwest / von Clara Brockmann
Entstehung
Seite
175
Einzelbild herunterladen
 

OS5»^S?ch^S5ck^S5»^«S?ch^»<??ck^S?«^<^

19. Diamantenfieber.

>S?ck^cs?ch^S?»^S?ck^ch<s?O^chS?^<s^^

SS

hinter mir liegen die letzten Häuser von Kolmanskupve, und vor mir flimmert das weiße Sandmeer. An den ersten Betriebsstellen trabt mein Schimmel vorüber, dem Süden und dem blauen Meere zu. Und während ich in flottem Tempo die Diamantenfelder passiere, fällt mir wieder die sonder­bare Geschichte ein, die vor einigen Tagen in Kolmanskupve die Runde machte. Es waren wieder einmal Diamanten gestohlen worden eine ganz einfache Sache. In einer Streichholz­schachtel in der Tasche eines Kapboys hatte man Steine im Werte von einigen tausend Mark gefunden. Ein weißer Sor­tierer hatte sie aus der Tasche des Rockes hervorgezogen und den Fund dem Bureau gemeldet und überwiesen. Der Einge­borene beteuerte zwar seine Unschuld eine lächerliche Frech­heit. Und da die Aussage eines Weißen vor Gericht ungleich mehr Gewicht und Bedeutung besitzt, als die eines Eingebore­nen, wurde der Kapboy trotz allen Leugnens zu einem Jahr Kettenhaft verurteilt; der pflichttreue, aufmerksame Angestellte aber erhielt die Belohnung von 1000 Mark, die die Gesellschaft für den ausgesetzt hat, der einen Dieb so zur Anzeige bringt, daß er seine gerichtliche Bestrafung findet. Das wäre nun eine ganz alltägliche Geschichte, wenn sie damit ihren Abschluß ge­funden hätte; aber sie bekommt noch eine romanhafte Fär­bung. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß der weiße Sor­tierer, der in ziemlich ungeordneten Geldverhältnissen lebt, die

175