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16. Geistige Anregungen in Südwest.
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ie es mit den geistigen Anregungen in Afrika steht? Ich glaube, die Antwort wird ein trauriges Kapitel. Die Frage setzt mich nämlich etwas in Verlegenheit. Zunächst also: Den Ring können wir hier nicht hören, und die Duse hat hier auch noch nicht gastiert. Überhaupt Theater, „Kaiha", um ein schönes Hererowort zu gebrauchen — diese Kunststätten zu bauen, müssen wir unsern Urenkeln überlassen.
Was die musikalischen Genüsse anbetrifft, so haben wir in Windhuk eine Militärkapelle, die bei festlichen Anlässen und am Sonntagmittag in den öffentlichen Parkanlagen recht brav ihre Stücke abspielt. Sogar an Wagner wagt sie sich heran durch Wiedergabe einer Lohengrin-Paravhrase; im übrigen hat sie ihre bestimmten Paradestücke: Die Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen, eine Carmen- und Margarethen-Phantasie u. a. m. „Die beiden Grenadiere" klingen nicht ganz im Sinne des Meisters, während die Marsch- und leichte Operettenmusik recht flott gespielt wird.
In Klavier- und Kammermusik müssen wir uns quantitativ große Beschränkungen auferlegen. Daß sie aber in Beziehung auf Qualität einen ziemlich hochentwickelten Dilettantismus offenbart, beweisen hin und wieder einige Wohltätigkeitskonzerte in Windhuk. So konnte man einmal eine gut gespielte Rhapsodie von Liszt hören und sich an Trios von Mozart, Bach und Schubert erfreuen. Ich vergesse niemals
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