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Briefe eines deutschen Mädchens aus Südwest / von Clara Brockmann
Entstehung
Seite
115
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^ 13. Kleidung und Mode N in Südwest.

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ls ich mich nach langjähriger Überlegung zu dem Ent­schluß durchgekämpft hatte, nach Südwest zu gehen, konnte ich Grundregeln für die Eingeborenenbehand­lung aufstellen und Gefechtsskizzen zeichnen. Ich wußte, welche neuen Häuser in Windhuk gebaut waren, und wie es mit den bisherigen bergbaulichen Erfahrungen stand. Eine Frage je­doch machte mir Kopfzerbrechen. Was mitnehmen? Was anziehen? Ich war nicht im geringsten darüber unterrichtet.

Als ich dann eingehende Erkundigungen von einer Dame einzog, die gerade aus Südwest zurückkehrte, war ich über die Auskunft doch überrascht.Im allgemeinen kleidet man sich drüben wie hier im Hochsommer," sagte sie.Aber man muß selbstverständlich auch warme, wollene Sachen, womöglich Wintergarderobe mitnehmen."

Wintergarderobe nach Afrika? Es erschien mir fast wie ein Aprilscherz, aber heute habe ich diesen guten Ratschlag schätzen gelernt. Im Winter Mai bis September ist es oft empfindlich kalt; besonders des Morgens und nach Sonnen­untergang. Ich habe viele frostklare Nächte erlebt, so kalt und sternenflimmernd, daß sie mich an die heimatliche Weihnachts­zeit erinnerten. Gegen diese Kälte muß man sich natürlich sorgsam schützen, umsomehr, als der Wechsel mit der heißen Mittagssonne leicht Erkältungen hervorruft. Es ist, als ob man in dieser Zeit zwei Jahreszeiten an einem Tage durch-

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