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Briefe eines deutschen Mädchens aus Südwest / von Clara Brockmann
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^ 12. Die Chronik meiner ^ ^ schwarzen Perlen. ^

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on größter Bedeutung im afrikanischen Haushalt sind die eingeborenen Hilfskräste. In nachfolgenden Zeilen will ich versuchen, der zukünftigen Hausfrau in Afrika ein Bild ihrer so ganz neuartigen Bedienung zu geben.

Zur Charakterisierung der einzelnen Eingeborenenstämme sind am besten die Erfahrungen geeignet, die ich persönlich mit ihnen gemacht habe, und ich hatte die verschiedensten Nationen in meinem Dienst. Alle Fälle, die übrigens typisch sind, will ich in zeitlicher Reihenfolge ohne weitere Erläuterung zum besten geben.

Das erste schwarze Mädchen, das ich zu meiner persönlichen Bedienung erhielt, war Susanne. Sie hieß eigentlich Oman- gengerere; ich gab ihr aber, einem Schönheitsgefühl folgend, den Kammerzofennamen Susanne, wenn er gewiß auch drollig wirkte. Sie war eine Kriegsgefangene, eine der Hereroweiber, deren Männer die bösen Orlogsbrüder damals noch mit­samt ihrem Anhang in dem von hohen Dornenwällen um­gebenen Gesangenen-Kraal bei Windhuk saßen. Ihre Tätig­keit bestand darin, meine Wäsche zu besorgen und mir kleine Handreichungen bei der Toilette zu tun. Andere Arbeit war nicht erforderlich, da ich damals noch als Gast bei einer be­freundeten Familie weilte. Susanne war etwa 20 Jahre alt, hatte ein böses mürrisches Gesicht, konnte aber mit ihresgleichen sehr übermütig herumtollen. Sie verstand kein Wort deutsch,

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