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11. Brief an einen zukünftigen Farmer.
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an fragt mich oft, wie es mit den Aussichten für das Farmen steht, und bittet um Auskunft und Ratschläge für einen Freund, der den bunten Rock auszuziehen gedenkt oder den Kontorsessel verlassen will, um sich hier in Südwest als „freier" Mann eine neue Existenz zu gründen. Ich könnte darauf Bände antworten, will aber versuchen, das Notwendigste hier zusammenzufassen.
In erster Linie muß ich dem Fragesteller mit der Gegenfrage antworten, wie es denn mit seinen Vermögensverhältnissen steht, und ihm eröffnen, daß die Höhe seines flüssigen Kapitals unter den heutigen Verhältnissen den Ausschlag gibt. Nach einer Verfügung des Gouvernements sollen Farmen nur noch an Bewerber mit nachweisbarem Mindestkapital von 15 000 bis 20 000 Mark verkauft werden. Eine durchaus weise und zum Vorteil des Landes gebotene Maßregel. Aber da nach dem Wortlaut der Verfügung dies das allermindeste ist, sogar für einen an das einfachste Leben gewöhnten, alten Afrikaner, so sind solche 15 000 Mark-Farmer, wenn sie mit heimischen Lebensansprüchen, aber beschränkter Arbeitskraft kommen, nur ein neuer Zuwachs jener Kategorie von Ansiedlern, die durch unpraktische Maßnahmen verwirtschaftet, jetzt zwischen Leben und Sterben hängen. Die Zeiten sind vorüber, wo man den Leuten zu ihren paar tausend Mark die Ansiedelungsbeihilfe mit dem Versprechen der Existenzmöglich-
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