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s. Der Farmer in Südwest.
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as Ideal so manchen jungen Mannes hier in der Kolonie ist der Besitz einer Farm. Bei dem Gedanken, Grund und Boden in weiten Flächen sein eigen zu nennen, glaubt er Herren und Königen gleich zu sein. Dieses ausgeprägte Unabhängigkeitsgefühl finden wir sogar bei den Kleinsiedlern des Landes; obwohl kein Bargeld im Hause, blicken sie mit Stolz auf ihren urbar gemachten Boden, den sie in harter Arbeit dem wilden Steppenlande abgerungen haben.
Will man aber ein Bild von dem Farmerleben entwerfen, so muß man gerecht Licht und Schatten verteilen, und es wäre unverantwortlich, der Heimat nur von den Vorteilen der Freiheit und Ungebundenheit zu erzählen — wie dies leider so oft geschieht —, ja überhaupt einen Menschen zu überreden, daß er Farmer in Südwest werde. Nur eigenes Urteil und das Vertrauen auf eigene Kraft können hier entscheiden.
Als ich im Sommer 1907 zum ersten Male auf der kleinen Staatsbahn die Reise von der Küste nach Windhuk zurücklegte, sah ich vom Eisenbahnfenster aus zwischen den knorrigen Ana- und Kameldornbäumen der Steppenlandschaft das Dach eines Wellblechhauses auftauchen. „Das ist eine schöne Farm," sagte man mir. Ich riß die Augen auf. „Farm? Dieser Schuppen hier?" fragte ich verwundert. Ich steckte damals noch zu sehr in den heimatlichen Begriffen von einer südwestafri- kanischen Farm, die man sich gern wie ein deutsches Landgut
Briefe eines deutschen Mädchens'aus Südwestafrika. (S)
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