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Briefe eines deutschen Mädchens aus Südwest / von Clara Brockmann
Entstehung
Seite
37
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5. Unsere Eingeborenen.

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s soll hier nicht meine Aufgabe sein, eine weitläufige Be­sprechung über die verschiedenen Eingeborenenstämme zu geben, ein Thema, das Bände füllt. Auch nehme ich an, daß meine Leser in unserer Afrika-Literatur schon oft die Bekanntschaft der eingeborenen Nationen unseres Schutzgebietes gemacht haben. Dennoch möchte ich als Beitrag zu ihrer Charakterisierung die Grundzüge ihres Wesens vom Stand­punkte persönlicher Erfahrung aus in aller Kürze schildern.

Die H ereros sind ein schöner, großer Menschenschlag, hell- bis dunkelbraun, stolz, hochmütig, träge. Die letzte Eigen­schaft findet man besonders bei den Weibern. Bei der Arbeit zeichnet sich der Herero vor den übrigen Volksstämmen durch eine gewisse Reinlichkeit aus, dafür arbeitet er mit um so größerer Langsamkeit, und Intelligenz wie Auffassungsvermögen sind im Durchschnitt nur mäßig entwickelt. Im Lügen und Stehlen offenbart er dagegen eine große Gewandtheit; das sind Eigen­schaften, die von ihm als hohe Tugenden gepriesen werden. Im Felde ist er ein gefährlicher Feind, er kämpft mit Mut und einer Todesverachtung, die ans Heldenhafte streift, dabei ist er von bestialischer Grausamkeit.

Nur ein Beispiel für diese Behauptung möchte ich hier anführen. Die als Mörder der weißen Farmer während des Kriegszustandes aufgegriffenen Hereros wurden oft im Felde aufgeknüpft. Es ist dabei vorgekommen, daß man sie im letzten

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