Druckschrift 
Briefe eines deutschen Mädchens aus Südwest / von Clara Brockmann
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen
 

OS5»^S5«^S5«^S5O^5S?«^»S5«^S?O^S55

L)

4. Die Wasserverhältnisse.

VS^^c^0^S^^S^^<»E>-S^^S^^

ie ein Märchentraum, ein strahlendes, unergründliches Wunder ist der Diamantenregen über Nacht auf unser Land niedergegangen. Das Wort:Wertlose Sand­wüste" gehört der Vergangenheit an, und niemand wird von dem als arm verschrieenen Lande heute noch behaupten, daß es eine nutzlose Vürde des Mutterlandes sei. Doch was helfen unserer Kolonie die Millionen flimmernder Diamanten, die da zum Auflesen bereit im Wüstensande liegen, wenn ein vielleicht noch kostbareres Gut hier fehlt, nämlich das Wasser, das Ur- element, die Quelle aller Fruchtbarkeit und alles Segens. Ohne Wasser wird Deutsch-Südwestafrika niemals eine Zukunft haben, und unser vornehmstes Gebot muß es daher sein, die Wassererschließung und Verwertung in die richtigen Wege zu leiten, eine Tätigkeit, die bereits mit Erfolg angebahnt ist.

Wie oft erhalte ich aus der Heimat Anfragen über die Wasserverhältnisse in unserem Südwest. Die Fragesteller offenbaren in ihren Anschauungen zuweilen gänzliche Un­kenntnis auf diesem Gebiete. Denn es gibt viele Leute, die immer wieder Pläne zum Ackerbau in großem Maßstabe ent­wickeln und mit Zähigkeit an ihren aus Mangel an Vertraut­heit mit den hiesigen klimatischen Verhältnissen entstandenen Ansichten hängen. Es erscheint mir daher als eine Notwendig­keit, Aufklärungen über diese im Wirtschaftsbetriebe wichtigste Bedingung zu geben.

25;