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Briefe eines deutschen Mädchens aus Südwest / von Clara Brockmann
Entstehung
Seite
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^ 2. Größere Orkschaflen des ^ ^ Schutzgebietes. ^

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enn man die Karte^) von Deutsch-Südwestafrika zur Hand nimmt und die zahlreichen Ortsnamen darauf sieht, so wird der in Deutschland allgemein verbreitete Irrtum begreiflich, es handle sich hier um Städte und Dörfer. Diesen schönen Wahn muß ich gleich zerstören; es sind dies mit Ausnahme der wenigen größeren Ortschaften lediglich Wasser­stellen. Oft steht kein Haus an jenem Platz, den man auf der Landkarte eingetragen findet, kein lebendes Wesen ist zu sehen, nicht einmal ein Brunnen ist vorhanden nur etwas Bankwasser, eine Pfütze, und doch so wertvoll, daß sie dem Platz den Namen gab. Nach Lage und Entfernung dieser Wasserstellen richtet man seine Trecks (Ochsenwagenfahrten) und Ritte durch das Land ein. Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, daß man sich zur Vermeidung langer Durststrecken genau auf der Karte unterrichtet. An einigen Plätzen sind auch Werften von Eingeborenen vorhanden, und manchmal trifft man Überreste einer früheren Etappenstation oder eine einsame Farm an. In der Hauptsache aber kommen als größere Ansiedlungen von Europäern nur wenige Namen in Betracht.

Zunächst ist Windhuk zu nennen, der Mittelpunkt des Landes, der Sitz des Gouverneurs und der Zentralver­waltung. Windhuk trägt kein afrikanisches Gepräge; es ist

*) Am Schluß des Buches.

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