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Hawaii, Ostmikronesien und Samoa : meine zweite Südseereise (1897 - 1899) zum Studium der Atolle und ihrer Bewohner / von Augustin Krämer
Entstehung
Seite
441
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Neuntes Kapitel.

Nauru.

Nach zweitägiger Fahrt an Bord desArthur" kam am Donnerstag, den 31. März, nachmittags 3 Uhr, kurze Zeit nach dem Passieren des Äquators, die Insel Nauru in Sicht. Die Insel liegt auf halbem Wege zwischen Ralik-Ratak und Santa Cruz, einsam im weiten Ozean, 27 Minuten südlich vom Gleicher und 166° 51' östlicher Länge. Im Gegensatz zu der niedrigen Küsten­linie der Mars hall- und Gilbertinseln sieht man hier schon von weitem kleine Berge über den Meeresspiegel herausragen. Freilich hoch sind sie nicht, kaum höher als 60 m. Aber nach dem ewigen Einerlei der Atolle kommt einem dies schon recht an­sehnlich vor. Wir umfuhren das Nordkap, dessen stattliche Watobutab uberge Bild 68 zeigt. Dann ging's an der Westseite hinunter, bis wir endlich um halb 6 Uhr im Südwesten vor dem Bezirksamt ankamen. Zu Djalut hatte ich an Bord den früheren Bezirksamtmann von Nauru, Herrn Jung getroffen, welcher eben seinen Posten verlassen hatte, um in anderen Weltgegenden sein Heil zu versuchen. Nach vierjährigem Aufenthalt auf der Insel hatte er sich von seinen Freunden und Bekannten unter Schmerzen und Tränen losgerissen, da derArthur" auf der Hinreise schon Nauru besucht hatte, und seine Rückkehr dorthin unsicher war. Und nun kehrte er doch zurück, und Herr Jung hatte die Freude, nach seinem Abschied auf Nimmerwiedersehen wieder allen seinen treuen Untertanen die Hand schütteln zu können. Dies passiert häufig so in der inselreichen Südsee, und man tut gut, niemals den Sentimentalen zu spielen, undLebewohl für immer" zu sagen, sondern das bequemere Wort:Auf Wiedersehen". Da das Schiff