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Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
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Die Kolonien im Stillen Ozean.

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dustrien hat die Strohfl echter ei die meiste Bedeutung. Der Durchgangshandel, der über Tsingtau geht, wird jetzt schon auf über 20 Mill. M. geschätzt.

6. Die Kolonien im Stillen Ozean.

Bei der Aufteilung der weit ausgedehnten Inselflur Ozeaniens ist Deutschland ein ziemlich großer Anteil, über 250 000 qkm mit etwa 480 000 E., zugefallen. Die deutschen Inselgebiete sind in drei Verwaltungsbezirke eingeteilt worden. Über dem Kaiser- Wilhelmsland, dem Bismarck-Archipel, den nörlichen Salomons- Inseln, Palau-Inseln, Karolinen und Marianen steht ein Gouver­neur, der seinen Sitz in Herbertshöhe auf der Gazellen- Halbinsel der Insel Neu-Pommern hat; ein Landeshauptmann, mit dem Sitz auf Jaluit (dschalüt), verwaltet die Marschall- Inseln und ebenfalls ein Gouverneur mit dem Sitz in Apia die Samoa-Inseln.

Das Schutzgebiet Kaiser-Wilhelmsland nebst dem Bis­marck-Archipel und den nördlichen Salomons-Insein wurde erst 1899 unter deutsche Landeshoheit gestellt. Bis dahin befaud es sich im Besitz der Neu-Guinea-Kompagnie, der i. J. 1885 ein deutscher Schutzbrief erteilt worden war. Das Kaiser- Wil he Im sland umfaßt den NO der Rieseninsel Neu- Guinea, 180000 qkm mit etwa 110 000 E. Es ist in klimatischer Hinsicht vor dem südlichen, englischen Teile der Insel bevorzugt, da es nicht mehr mit in die Zone der zeitweisen australischen Dürren fällt. Das Klima ist zwar heiß, aber hohe Gebirge verursachen kühle Winde und Steigungsregen. Außer dem langen Faltengebirge, das ganz. Neu-Guinea der Länge nach durchzieht, steigen auch in dem Räume zwischen ihm und der Nordküste noch stattliche Gebirge auf, wie das Bismarck-Gebirge, das eine Höhe von 4300 m erreicht. An der Küste oder hinter Küsten­erhebungen breiten sich Ebenen bis zum Fuß dieser Gebirge aus,- und schiffbare Ströme öffnen den Zugang nach dem Innern. Die Küste wird von Korallenriffen begleitet, hat aber gute Häfen. Der Pflanzenwuchs ist üppig. Sumpfige Küsten­strecken siud mit Mangrove-Dickichten bewachsen. Der größte Teil des Landes, sowohl des Gebirges als auch der Ebene, ist mit tropischem Urwald bedeckt. Dieser enthält viele wert­volle Gewächse, wie die Kokospalme, die aber nur bis zu 200 m Höhe gedeiht, die Sagopalme, den Brotfruchtbaum, Bananen, Pandangs, Nutzhölzer, Bambus, wildes Zuckerrohr und Gummilianen. Schon aus dieser Aufzählung geht hervor, daß Kaiser-Willielmsland für Plantagenbau gute Aussichten eröffnet. Das Kulturzentrum ist bisher die an die Astrolabe-Bucht mit ihren guten Häfen angrenzende fruchtbare Ebene. Besonders Kokosnuß- und Tabakpflanzungen sind bisher angelegt worden. Doch haben Anbauversuche ergeben, daß