Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Die Kolonie Kamerun.

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betrieben. Ein lebhafter Marktverkehr ließ viele volkreiche Plätze aufblühen. Einen großen Einfluß hat auf das Völkerleben im Hinterlande Togos der Islam ausgeübt. Derselbe hat nicht bloß eine einheitlichere Tracht eingeführt, sondern auch neue und kräftigere Volksverbände durch Gründung von Sultanaten geschaffen.

2. Die Kolonie Kamerun/ g

In dem Winkel, wo die Küsten von Ober- und Niederguinea zusammenstoßen, liegt die deutsche Kolonie Kamerun, welche am 14. Juli 1884 durch Dr. Nachtigal unter deutschen Schutz gestellt wurde. Auf einer Strecke von über 300 km (= der Strecke Berlin-Breslau) an das Meer stoßend, verbreitert sie sich fächer­förmig nach dem Innern und reicht im NO mit einem schmalen Streifen bis an den Tsadsee und den in diesen mündenden Schari. Die Kolonie ist rund 500000 qkm groß, also nur wenig kleiner als das Deutsche Keich und zählt etwa 3 x /2 Mill. E.

Wie in Togo, so lassen sich auch in Kamerun vier ver­schiedene Naturgebiete, eine Strandzone, eine Küsten­ebene, eine Gebirgszone und die Hochflächen des Innern, unterscheiden. Im einzelnen bestehen aber große Unterschiede.

Die Küste ist ebenfalls Flachküste, mit Ausnahme der Strecke,, wo das Kamerun-Gebirge unmittelbar aus dem Meere aufsteigt und zusammen mit dem hochragenden Inselberge von Fernando Pöo die gewaltigen Pfeiler eines riesigen Tores bildet. Während aber die Togoküste eine Nehrung ist, durch welche Lagunen vom Meere abgetrennt werden, ist der mittlere Teil der Kamerunküste durch breite Meeresbuchten reich gegliedert. Diese sind zugleich die Mündungsarme der Flüsse. Von der Kamerun-Bucht zweigen sich fünf Buchten wie die Zipfel eines Ahornblattes ab. In die Buchten dringt die Flutbewegung des Meeres kräftig ein. Diese wühlt den von den Flüssen abgelagerten Schlamm wieder auf, reißt ihn mit sich fort und verhindert dadurch die Ausfüllung der Buchten. Soweit das Brackwasser (Mischung von Salz- und Süßwasser) reicht, sind die Ufer der Buchten mit Mangrove-Dickichten bewachsen.

Die Küstenebene. An die Strandzone schließt sich unmittel­bar eine Urwaldzone an. (Worauf die Entstehung des Urwaldes zurückzuführen ist, s. S. 44.) Dieselbe nimmt die ganze Breite der Küstenebene ein und endet erst, wo der erste Aufstieg des Landes zu größerer Höhe beginnt. Sie ist wenig besiedelt, und nur in kleinen Bichtungen findet etwas Anbau der Eingeborenen statt. Am Kamerun-Gebirge geht der Urwald bis über 2000 ni in die. Höhe. Reiche Niederschläge (vgl. S. 44), sowie zahlreiche Quellen und der fruchtbare vulkanische Boden (Basalt) ließen den Urwaldgürtel des Kamerun-Gebirges sehr geeignet zum Plantagen­bau erscheinen. In größerem Umfange und mit gutem Erfolge