Amerika.
Luft so groß ist, daß Steigimgsregen auch in weiter Entfernung vom Meere noch möglich sind. Zwei Gebiete des südamerikanischen Festlandes liegen im Regen schatten anderer Gebiete, das Tiefland des Orinoco oder die Llanos, von dtmen der Regen durch das Hochland von Guyana, und das Tiefland des Paranä oder die Pampas, von denen er durch das Hochland von Brasilien aogehalten wird. Auch diese Hochländer selbst sind trocken, besouders das Hochland von Brasilien, dessen südlicher Teil Dicht mehr im Bereiche der Tropenregen liegt, und das nur an der Küste reiche Niederschläge empfängt. Der schroffe Witterungswechsel, unter welchen die tiefgelegenen Gebiete des Ostens von Nordamerika leiden, erklärt sich aus dem freien, ungehinderten Zutritt, den sowohl die heißen Süd-, als auch die kalten Nordwinde haben.
d) Gewässer und Talbildung.
Infolge der großen Übereinstimmung im Oberflächenbau Nord- und Südamerikas müssen auch deren Stromnetze eine ähnliche Gestaltung zeigen. Dem Makenzie in Nordamerika entspricht der Orinoco in Südamerika, dem St. Lorenzstrom der Amazonenstrom, dem Stromsystem des Mississippi das Stromnetz des Rio de la Plata. Auch Jukon und Magdalenenstrom könnten in Parallele gestellt werden und weiter der San Francisco mit den Küstenflüssen, die zur atlantischen Küste Nordamerikas fließen. Dagegen fehlen Südamerika die bedeutenden Ströme, die in Nordamerika auch dem westlichen Faltengebirge entfließen, wie Columbia, Sacramento, Colorado und Rio del Norte. Von diesen amerikanischen Strömen bilden Jukon, Makenzie, Mississippi und Orinoco ein Delta, während St. Lorenzstrom, die atlantischen Küstenflüsse Nordamerikas, Amazonenstrom und Rio de la Plata eine weit geöffnete Triebtermündung haben.
In Nordamerika, im SW des Kanadischen Schildes, befindet sich die größte Süß Wasseransammlung auf Erden, da die fünf Kanadischen Seen: Oberer-, Michigan-, Huron-, Eyre- und Outario-See zusammen einen Raum fast von der halben Größe des Deutschen Reiches einnehmen. Der große Seenreichtum des Kanadischen Schildes kennzeichnet dieses als ein früheres Ver- gletscherungsgebiet. Von den zahlreichen Seen liegen die größeren, wie auch ein Teil der fünf Kanadischen Seen, als sog. Glintseen (s. S. 246) am Rande des Kanadischen Schildes, so der Winuipeg-, der Athabasca-, der Große Sklaven- uud der Große Bären-See. Abflußlos sind in Nordamerika ein größeres Gebiet, das Große Becken, und ein kleineres auf dem Hochland von Mexiko, iu Südamerika das Hochland von Bolivia. In dem Großen Becken Nordamerikas liegt der Große Salzsee, in dem abflußlosen Teile Boliviens sammeln sich die Gewässer in den Titicaca-See.