Amerika als Ganzes. — Das Klima.
lande ebenfalls durch klimatische Einflüsse stärker der Zerstörung anheim gefallen sind, wenn auch die Felszertrümmerung meist nicht so schnell voranschreiten konnte wie in Innerasien. Gemeinsam ist auch das plötzliche Abbrechen der Faltenzüge, das beim asiatischen Faltengebirge in Westturkestan und auf der Westseite Kleinasiens, beim amerikanischen an der Nordküste Südamerikas und in Nordamerika, von N her gerechnet, unterm 37. Parallel stattfindet. Während das Alleghany-Gebirge in Nordamerika als ein altes Faltengebirge noch heute hervorragt, sind die Faltengebirge, welche der NO Amerikas und das östliche Südamerika früher trugen, abgetragen und eingeebnet worden, und über das gefaltete Grundgerüst des Landes lagerten sich horizontale neue Eidschichten, die im Bereiche des Kanadischen Schildes wieder zerstört wurden, dagegen in Südamerika noch die jetzigen Hochländer von Guyana und Brasilien bilden.
Dies enkrechte Schollenbewegung, welche im Großen Becken von Nordamerika ein Senkungsgebiet, das bis zu 80 m unter den Meeresspiegel sinkt, entstehen ließ, hat am meisten das Oberflächenbild Mittelamerikas umgestaltet und dort nur eine Land- und Inselbrücke übrig gelassen. Von der Festlands- Cordillere Mittelamerikas sank der ganze Westen unter das Meer, und von der Antillen-Cordillere, die sich auf Haiti teilte, blieben nur die 4 Großen Antillen übrig. Wie bedeutend die senkrechte Schollenbewegung in diesem Einbruchsgebiete war, zeigen die großen Meerestiefen (bis über 8000 m) nördlich von Puertorico an. Die vulkanische Tätigkeit hat im ganzen Andengebiete großartige Spuren hinterlassen, besonders aber in Mittelamerika, wo sie immer von neuem zum Ausbruche kommt, sowie in Ecuador.
c) Das Klima.
Infolge seiner langen Erstreckung von N nach S reicht Amerika durch 4 Klimazonen, durch die nördliche kalte, die nördliche gemäßigte, die heiße und die südliche gemäßigte Zone. Die Meridianrichtung des großen amerikanischen Faltengebirges bewirkt, daß neben diesen Klimazonen mit nordsüdlicher Folge auch solche mit ostwestlicher Folge entstehen. Einerseits Höhenunterschiede und anderseits die Lage zu dem die Hauptfeuchtigkeit spendenden Atlantischen Ozean bedingen den klimatischen Wechsel in dieser Richtung hin. Weil die regenbringenden Passatwinde von NO bezw. SO kommen, liegen die innern Hochflächen der Cordilleren und der westliche Küstensaum Amerikas im Regenschatten. Auch kalte Auf trieb wasse r und Meeresströmungen erschweren an der Westküste streckenweise die Regenbildung. Während in Nordamerika schon eine breite Zone längs dem Ostluße des Felsengebirges sehr regenarm ist, nimmt im Gebiet des Amazonenstromes die Regenmenge nach W noch zu, weil in diesen Äquatorgegenden die Feuchtigkeit der