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Amerika.
Der Niagara-Fall wird durch ein querlaufendes hartes Kalkriff hervorgerufen. Unter den Kalkschichten liegen weichere, mergelartige Schieferschichten und unter diesen ebenfalls weiche Sandschichten. Diese leicht zerstörbaren Schichten werden ausgespült, und dadurch wird die Kalkwand immer mehr unterwaschen, bis sie unter dem Gewicht der Wassermassen zusammenstürzt Infolgedessen schreitet der Niagara-Fall fortwährend zurück, auf der amerikanischen Seite jährlich etwa 20, auf der kanadischen 66 cm. Für die Vergangenheit, für die Zeit, in der der Wasserfall noch ungeteilt war, nimmt man ein jährliches Zur ü ck s c h re i t e n um 33 cm an. Um die bis heute fertige Talschlucht auszunagen, hätte der Niagara-Fluß dann eine Zeit von fast 40000 Jahren gebraucht.
Die Fahrt auf dem St. Lorenzstrome.
(Nach Rein.)
Die Fahrt auf dem St. Lorenzstrome bietet zweierlei Sehenswürdigkeiten ersten Ranges: den See mit den tausend Inaein und die Stromschnellen. Auf der ersten Strecke von 64 km nach dem Austritt aus dem Ontario-See hat der Strom nur ein sehr geringes Gefälle, und er umspült nicht nur, wie der Name dieser Stromstrecke heißt, 1000, sondern mehr als 1600 Inseln, große und kleine. Diese bestehen aus Gneis und Granit und sind meist schön bewaldet. Obgleich nicht über 10 m hoch, gewähren sie doch herrliche, abwechslungsreiche Bilder. Die glatte Wasserfläche erweitert sich bald seenartig, bald ist sie eingeengt in einem Kanal. Hier liegt sie im Schatten der Bäume und der hohen Gasthöfe und Villen, dort im Glänze der Sonne und spiegelt die Wolken des Himmels und das Segel des Fischers ab.
Die Stromschnellen, die weiter abwärts folgen, verteilen sich auf acht verschiedene Strecken. Die Fahrt über dieselben, namentlich, wenn man sich Montreal (montriöl) nähert, gewährt ein aufregendes Schauspiel. Der Dampfer legt sich manchmal stark auf die Seite, wenn die Wellen sich hoch an ihm aufbäumen und aufschäumen. Aber der Indianer als Lotse führt ihn mit sicherm Blick und fester Hand glücklich durch den Wogenbraus hinaus, und bald schwimmt das Schiff wieder auf der glattem Fläche des mächtigen Stromes.
b) Das Kulturbild.
Der größte Teil des riesigen Gebiets hat wegen klimatischer Ungunst nur einen sehr geringen Kulturwert. Das Klima ist bedeutend kälter als in. den Ländern Europas gleicher Breite. Da zugleich Nordamerika noch etwas weiter nach N reicht als dieses, so nehmen Eis wüsten und die Moos- und Flechtensteppen der Tundren eine breitere Zone ein als z. B. in Nordrußland. Diese Gebiete sind mit Ausnahme der Küsten völlig unbewohnbar und ohne ständige Ansiedelungen. Fast nur Eskimos sitzen in geringer Zahl an den arktischen Küsten. Sie sind Jäger und Fischer. Ihr Name bedeutet „Esser roher Fische", sie selbst nennen sich „Innuit" (Einzahl: Innuk),' d. h. Menschen. Am wichtigsten ist für sie die Seehundsjagd, da der Seehund ihnen fast alle Lebensbedürfnisse liefert: Fleisch und Fett zur Ernährung, das Fell zur Kleidung und zum Überziehen der Boote und den Tran zur Beleuchtung und Erwärmung der Hütten. Als Verkehrsmittel gebrauchen die Eskimos den Hundeschlitten und das Ruderboot. Von letzterm gibt es zwei Arten, den Kajak, d. i. das nur für einen Ruderer bestimmte, geschlossene Männerboot,