Anhang 3.
Einige Erfahrungen mit photographischen Aufnahmen in den Tropen und auf See.
In Jahresfrist habe ich in 150 deutschen Städten Vorträge über Deutsch-Ost- und Deutsch-Südwestafrika gehalten und stets bin ich nach Schluss derselben gefragt worden, wie es kommt, dass die von mir gezeigten Lichtbilder so klar und scharf sind, wie sie selten gezeigt werden.
Immer wieder muss ich Rede stehen, mit welchen photographischen Apparaten ich arbeite, welche Platten ich benutze und wie ich entwickle.
Als ich im März 1901 zum ersten Mal nach Ostafrika ausreiste, nahm ich einen billigen Apparat mit, den mir eine Kieler Firma als sehr geeignet empfohlen hatte, die Seeoffiziere sollen ihn angeblich häufig kaufen. Da ich fast keine gute Aufnahme mit dieser Kamera zustande brachte, liess ich mir nacheinander noch zwei andere kommen; die Ergebnisse wurden aber auch nicht wesentlich besser und ich glaubte schon, meine eigene Ungeschicklichkeit sei die Ursache der Misserfolge. Da schlug mir Herr Photograph Vincenti in Daressalam im Jahre 1902 vor, ichsolle.es doch einmal mit einer Goerz-Anschütz-Klapp- Kamera versuchen, die er mir in liebenswürdiger Weise einige Tage leihweise überliess. Seit jenem Tage habe ich, wenn mir gute Platten zur Verfügung standen, kaum 2 Prozent Fehl-Aufnahmen gehabt. Vorher hatte ich viele hundert Mark für Apparate, Platten und Chemikalien hinausgeworfen und hatte ausser Zeit-Aufnahmen selten ein gutes Bild.
Seit 1902 aber sind meine Photographien durchweg so gut, dass es wenige deutsche illustrierte Zeitschriften gibt, die nicht mit oder ohne meine Erlaubnis Aufnahmen von mir veröffentlicht haben. Dutzende von meinen Photographien sind im In- und Auslande publiziert worden.
B o n g a r d, Dernburg. 10