Anhang 2.
Die Versuche der Kraftfahrabteilung der Kaiserl. Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika mit Automobilen.
Auf der Kolonialreise des Staatssekretärs Dernburg durch Britisch- und Deutsch-Südafrika fand das Automobil weitgehende Verwendung. Die Besichtigung der Straussenzüchtereien in der Gegend von Oudtshoorn; wo weite Strecken zurückgelegt werden mussten, war in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit nur durch die Benutzung der Kraftwagen möglich, ebenso der Besuch der verschiedenen Johannesburger Goldminen, der Stauanlagen und der Schafzüchtereien in der Karru.
Die hierbei zurückgelegten Strecken wiesen für afrikanische Verhältnisse verhältnismässig gute Wege auf, grössere Störungen kamen deshalb nicht vor.
Anders wurde es aber, sobald die guten Strassen verlassen wurden, um von Prieska aus über Upington durch die Karru und einen Teil der Kalahari nach deutschem Gebiet zu gelangen. Im XI. Brief habe ich schon einen Teil der Unfälle geschildert, die sich auf dieser Fahrt ereigneten. Staatssekretär Dernburg, sein Freund Dr. Rathenau und Bauinspektor Schlüpmann haben auf dieser dreitägigen Tour die Automobile im Schweiss ihres Angesichts beinahe ebensolange geschoben, wie sie in ihnen gefahren sind.
Für Deutsch-Südwestafrika war das Automobil als Beförderungsmittel ebenfalls weitgehend in Aussicht genommen. Man kann sich vorstellen, dass nach den eben geschilderten Erfahrungen in der Karru keiner der Reiseteilnehmer freudige Erwartungen für die bevorstehenden genussreichen Fahrten hegte. Allein es gab eine angenehme Enttäuschung: So schlecht wie das Auto sich auf britischem Gebiet bewährt hatte, so gut bewährte es sich auf deutschem.