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Staatssekretär Dernburg in Britisch- und Deutsch-Süd-Afrika / von Oskar Bongard
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XIX.

Im Atlantischen Ozean, an Bord des »Bürgermeister«, den 30. August 1908.

Einige Schlussfolgerungen.

A. Von der Wirtschaft in Deutsch-Südwestafrika.

Eine neue Siedlungspolitik. Die Bedingungen für die Farm­wirtschaft. Eine Prämie für den Zuzug Unbemittelter. Kreditsystem. Südwest hat eine Zukunft. Wasserer­schliessung. Einzelheiten über die Viehzucht. Kredit und Absatzmöglichkeiten. Landwirtschafts- und Handelskammern.

Das wichtigste Ergebnis dieser Reise ist wohl die Erkenntnis an leitender Stelle, dass die zuletzt in Südwestafrika einge­schlagene Besiedelungspolitik verkehrt ist und dazu beigetragen hat, die Krisis in hohem Masse zu verstärken, welche hier wie überall und von jeher einem Kriege folgen musste.

Südafrika als Ganzes genommen ist kein reiches Land. Die Natur schüttet nicht aus vollem Füllhorn dem Siedler ihre Gaben in den Schoss, sondern diese müssen ihr in zäher, zielbewusster Arbeit abgerungen werden.

Deutlich weisen die ungeheuren Weideflächen von Deutsch- Südwestafrika den Weg, der einzuschlagen ist, um dieses Land für Deutschlands Kolonialzwecke zu nutzen und es besteht auch nirgends ein Zweifel darüber, dass die Viehzucht das Rückgrat der südwestafrikanischen Wirtschaft bilden muss. Aber die Vieh­zucht hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die bei der zuletzt be­folgten Siedelungspolitik nicht genügend berücksichtigt worden sind.

Von Osten nach Westen zu nimmt der Regenfall in Süd­afrika ab, sodass unser Schutzgebiet mit Ausnahme des Nordens keine reichen Niederschläge aufzuweisen hat. Hierzu kommt, dass die Niederschlagsmenge in den einzelnen Jahren ausserordentlich