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Staatssekretär Dernburg in Britisch- und Deutsch-Süd-Afrika / von Oskar Bongard
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XVIII.

Die letzten Tage in Südwest. Mole oder Brücke in Swakop- mund? Die Versuche mit Personen- und Lastautomobilen in Südwest. Die drei Eisenbahnen.

Swakopmund, den 21. August 1908.

Dernburg steht am Ende seiner Reise. Morgen soll ihn der Dampfer der Heimat wieder zuführen, und darüber ist weder der Staatssekretär noch einer seiner Begleiter unzufrieden, denn die dreimonatige Reise durch Britisch- und Deutsch-Südafrika war recht anstrengend. Dernburg hat sich noch nicht erholt, sieht recht angegriffen aus und hat noch immer starke Nervenschmerzen in den Armen und Beinen. Die letzten vierzehn Tage müssen eine wahre Qual für ihn gewesen sein. Morgens um vier oder fünf Uhr musste schon aufgestanden werden, um das festgesetzte Pro­gramm zu erledigen. Nach anstrengenden Fahrten, Ritten und Besichtigungen kamen die Besprechungen und abends die feier­lichen Begrüssungen und Ansprachen, die jeder Ort veranstaltete. Man kann es der Bevölkerung nicht übel nehmen, dass sie den Wunsch hegt, den Mann kennen zu lernen, der ihre Geschicke leitet, und aus seinem Munde zu vernehmen, welche Massnahmen in der jetzigen kritischen Zeit zu erwarten sind. Für jemanden aber, der im öffentlichen Leben steht und der damit rechnen muss, dass jedes Wort, das er spricht, einer kritischen Würdi­gung unterzogen wird, ist es eine Tortur, wenn er nach ermü­dender Tagesarbeit bei körperlichem Unwohlsein Abend für Abend auf allerlei geschickte oder ungeschickte Anzapfungen in öffent­licher Rede antworten soll.

Nur ein einziges Mal hat der Staatssekretär sich dieser un­angenehmen Pflicht entzogen, nämlich in Grootfontein, wo er gleich nach der Ankunft ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen musste.